Caspar Schwieterings Tipp für Sie

Veröffentlicht am 30.10.2019

Eine Neuköllner Kneipe und ihre Geschichte. Stefan von Bargen war es leid, dass er in Berlin-Neukölln nirgendwo die Spiele des Hamburger Vereins FC St. Pauli gucken konnte. Also hat er kurzerhand selber eine Kneipe gegründet. Die Astra Stube war geboren. „Ich hätte niemals gedacht, dass das so lange geht“, sagt von Bargen heute im Gespräch mit dem Neukölln-Newsletter vom Tagesspiegel. „Inzwischen gibt es uns schon fast zehn Jahre“.  Der 54-Jährige steht oft sieben Tage die Woche hinterm Tresen und sieht bis zu vier Fußballspiele am Tag. „Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Eigentlich bin ich Toningenieur“, sagt er.

Eine Alternative zu vielen Hertha-Kneipen. Längst ist der Laden in der Weichselstraße 63 eine Institution in Berlins Fußballkneipenlandschaft und die Alternative schlechthin zu den vielen Hertha-Kneipen in der Gegend. Beim Derby am Sonnabend dürfte der Laden deshalb insbesondere für Fans des 1. FC Union interessant sein, die ja gern mit den Hamburgern verglichen werden. Ansonsten sitzen in der Astra-Stube neben den Paulianer*innen vor allem viele internationale Fans.

„Wir haben hier einen Inter-Mailand- und einen Celtic-Glasgow-Fanclub“, sagt von Bargen. Es kämen aber auch Fans von allen möglichen Bundesliga-Clubs. Sie alle genießen die etwas andere Fußballatmosphäre in von Bargens Kneipe. Der Laden ist von oben bis unten voll mit St.-Pauli-Utensilien und Astra-Werbung und vermittelt den Eindruck, man wäre in einer Punk-Kneipe im Kiez auf St. Pauli. Zum Kommerzbetrieb des modernen Fußballs gibt es hier eine angenehme Distanz. Sobald das Spiel abgepfiffen ist, drehen von Bargen und die anderen Bartender den Ton der Bezahlsender ab. Dann läuft hier Flogging Molly oder andere Folk-Punk-Bands.

Beim Fußballgucken kann hier auch gegessen werden. Wer Hunger hat, kann sich vom Restaurant nebenan eine Pizza bequemerweise direkt in die Astra-Stuben liefern lassen. Und weil es neben dem ziemlich ungenießbaren Astra-Pils (meine Meinung!) auch tschechisches Staropramen und mehre Craft-Biere vom Fass gibt, steht einem gelungenen Derby-Abend in den Astra-Stuben absolut nichts im Weg. – Text: Caspar Schwietering

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