Nachbarschaft
Veröffentlicht am 18.04.2018 von Madlen Haarbach
Johannes Schneider alias Bommi, 33, Journalist und Hobby-Liedermacher:
„Wir sind vor vier Jahren vom Bülowbogen nach Britz gezogen, ein Jahr später bin ich in Elternzeit gegangen. Und weil man sich da ja geistig frisch halten muss, habe ich angefangen, Lieder zu schreiben und bei Youtube hochzuladen – am Anfang noch aus Diskretionsgründen verkleidet, aber irgendwann wurde mir das zu blöd. So ist der Zyklus „Hits aus Britz“ entstanden, beginnend mit dem programmatischen Lob der Vorstadt und momentan, saisongerecht, endend bei einem Lied über Hochzeiten. Ab und an trete ich mit den Liedern auch auf, meist im Rahmenprogramm der Realsatire-Reporterslams im Prachtwerk neben dem Stadtbad Neukölln. Einmal auch beim Reporterslam-Jahresfinale im rappelvollen Heimathafen, das war toll.
Im Berufsleben bin ich Journalist, habe lange Jahre beim Tagesspiegel die Samstagsbeilage Mehr Berlin betreut, seit September arbeite ich aus meinem Britzer Home Office für das Hamburger Greenpeace Magazin. Die journalistische Auseinandersetzung mit Berlin fehlt mir. Auf der anderen Seite ist es interessant, mal nur Beobachter zu sein – auch dessen, was über Berlin geschrieben wird: Das Thema Angst ist gerade sehr akut, Angst vor allem in Bahnhöfen. Ich habe keine Angst, obwohl wir oft zwischen Hermannplatz, Hermannstraße und S+U Neukölln unterwegs sind, auch nachts oder mit den Kindern. Angst machen mir eher die brennenden Autos, herausgerissenen Stolpersteine und Sticker der Identitären Bewegung hier in Britz. Aber das nur am Rande.
Meine Lieblingsorte im Bezirk: Britz, das Schloss, der Gutshof und vor allem die Dorfkirche nebenan. Und die Britzer Baumblüte, auch da ums Eck, aber jetzt leider gerade vorbei. Nicht super-originell, aber ist einfach so.“
Foto: Andi Weiland | Realsatire.
Wer einen Vorschlag hat, welcher Mensch hier unbedingt vorgestellt gehört: Gerne mailen an leute-m.haarbach@tagesspiegel.de.