Nachbarschaft
Veröffentlicht am 16.05.2018 von Madlen Haarbach
Erika Kammer lebt in Rudow und wird am morgigen Donnerstag 80.
Sie unterstützt die Berliner Sektion von Terre des Hommes seit deren Gründung (TdH Deutschland wurde 1967 gegründet). Seit 1969 ist sie Ansprechpartnerin für ehrenamtliche Mitarbeit bei der Kinderhilfsorganisation. Für ihr außerordentliches Engagement wurde ihr 2008 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens verliehen.
Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in der Kriegs- und Nachkriegszeit in Ost- und Westdeutschland und wollte anderen Kindern eine ähnlich entbehrungsvolle Kindheit ersparen. „Ich wollte etwas für Kinder tun, denen es nicht so gut geht“, sagt sie heute.
„Frau Kammer sorgt durch ihre Unermüdlichkeit in erheblichem Maße für das Funktionieren und die beständige Arbeit der Berliner Regionalgruppe von Terre des Hommes“, sagte der damalige Jugendstaatssekretär Eckart Schlemm anlässlich der Ordensverleihung. „Frau Kammer handelt bis heute in voller Überzeugung und aus ganzem Herzen. Sie hat durch ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit erheblich zur Völkerverständigung beigetragen und anderen uneigennützig geholfen.“
Besonders am Herzen liegen Kammer verschiedene Projekte in Lateinamerika. Erst dieses Jahr besuchte sie zum wiederholten Male ein Projekt in Cochabamba, Bolivien. Hier werden sogenannte Gefängniskinder, deren Mütter aus verschiedenen Gründen inhaftiert sind und die daher im Gefängnis aufwachsen müssen, tagsüber außerhalb des Gefängsnisses betreut. „Ich kenne das Projekt seit 30 Jahren“, sagt Kammer. Sie versucht, jedes Jahr genügend Geld von Ihrer Rente zu sparen, um das Projekt vor Ort zu besuchen. So stellt sie nicht nur sicher, dass die dringendsten Bedürfnisse der Kinder durch Spenden erfüllt werden können, sondern auch, dass die Spenden genau da ankommen, wo sie benötigt werden. Auch zu ihrem Geburtstag ruft sie daher zu Spenden an das Projekt auf. „Mit 80 Jahren braucht man ja selbst keine Geschenke mehr“, sagt sie.
Falls auch Sie das Projekt unterstützen wollen, können Sie unter dem Betreff „Bolivien Gefängniskinder“ an die Stiftung „Rückwärts und Vorwärtsdenken“ spenden (IBAN: DE79430609671120847200, GLS Gemeinschaftsbank).
Wer einen Vorschlag hat, welcher Mensch hier unbedingt vorgestellt gehört: Gerne mailen an leute-m.haarbach@tagesspiegel.de.