Nachbarschaft

Veröffentlicht am 07.08.2019 von Madlen Haarbach

Daniela Lungwitz-Mohamad (links im Bild) gründete gemeinsam mit ihrem Mann Haitham Mohamad den Verein „Wunschbäumchen Berlin – Gemeinsam etwas bewegen“. Am Sonntag organisierte der Verein seine jährliche Aktion für Erstklässler*innen im Nachbarschaftsheim Neukölln und verteilte Schultüten an bedürftige Kinder.

Seit sieben Jahren gibt es die Schultütenaktion, die Lungwitz-Mohamad und ihr Mann zu Beginn privat organisierten. „Wir wohnen in einem Eckhaus an der Hermannstraße und sehen jedes Jahr zur Einschulung die Erklässler der vielen Grundschulen rundherum vorbeilaufen“, sagt Lungwitz-Mohamad. „Dabei ist uns aufgefallen, dass viele Kinder gar keine Schultüten hatten.“ Als sie sich erkundigte, erfuhr sie, dass viele Eltern sich die Schultüten und zum Teil auch die Schulmaterialien nicht leisten können. Auch das Jobcenter mache bei der finanziellen Unterstützungen keinen Unterschied zwischen Erstklässlern und älteren Kindern, berichtet sie.

2013 starteten sie dann das erste Schultütenprojekt mit rund 15 Kindern, mittlerweile erreichen sie jährlich über 100. Verschiedene Materialien, von der Schultüte über Federtaschen bis hin zu Brotdosen, Blöcken und Stiften werden auf Tischen im Nachbarschaftsheim Neukölln verteilt. Die Kinder kommen dann einzeln herein und dürfen sich ihre eigene Schultüte befüllen. „Das muss man mal erlebt haben, wie die Kinder in den Raum kommen und erst gar nicht wissen, was los ist“, sagt Lungwitz-Mohamad. Erst nach einem Moment würden die Kinder überhaupt verstehen, worum es geht und seien dann jedes Mal geflasht. „Das ist so ein schöner Moment, die strahlenden Augen zu sehen, das sorgt jedes Mal für Gänsehaut“, sagt sie.

In den ersten Jahren finanzierten die Mohamads die Aktion aus privaten Geldern und Sachspenden aus der Nachbarschaft, zum Teil auch mit Unterstützung des Quartiersmanagements. Seit der Vereinsgründung wird die Aktion mit Sponsorengeldern finanziert. Die Bedingung für die teilnehmenden Eltern: Sie müssen aus Neukölln kommen und bedürftig sein, das heißt beispielsweise auf Gelder des Jobcenters oder Lagesos angewiesen sein. Außerdem müssen die Eltern nachweisen, dass die Kinder tatsächlich im aktuellen Schuljahr eingeschult werden.

Neben der Schultütenaktion organisiert der Verein weitere Projekte, etwa eine Geburtstagsgeschenk-Verlosung und Patenschaften für Weihnachtsgeschenke. Außerdem verteilt der Verein Hygienepakete an obdachlose Menschen und ist in der Flüchtlingshilfe aktiv, veranstaltet etwa Feiern zu Opferfesten und organisiert Geschenke für die Kinder. Alle Infos zum Verein und den Aktionen gibt es hier.

Foto: privat.

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