Intro
von Christian Hönicke
Veröffentlicht am 25.01.2018
wir sind jetzt 400 000.
Bei der vorletzten statistischen Erfassung im Juni 2017 lag Pankow bei 398 732 Einwohnern. Die Daten der letzten Erhebung Ende 2017 werden erst in knapp drei Wochen veröffentlicht, der Tagesspiegel hat es aber auf den Fluren des Statistikamts schon pfeifen hören: Berlins bevölkerungsreichster Bezirk hat die Schallmauer durchbrochen.
Pankow ist also jetzt im Club der 400 000er, gemeinsam mit Malta, den Malediven und dem Sultanat Brunei, auf Augenhöhe mit Miami, Edinburgh, Den Haag, Tel Aviv, Nagasaki, Danzig, Kaliningrad, Zürich und Palma de Mallorca.
Das rasante Wachstum belegt die Attraktivität unseres Bezirks, hat aber natürlich auch Schattenseiten. Mindestens 400 000 Problemchen plagen Pankow, und eines der gravierendsten ist der zunehmend raue Umgang untereinander. Alteingesessene beschweren sich über eine Verrohung der Kieze, gerade in den innenstadtnahen Vierteln sei die Rücksichtslosigkeit „unerträglich“ geworden. Mehr dazu weiter unten im „Kiezgespräch“.
Weitere Wachstumsschmerzen muss Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) täglich behandeln: Dauerstau, S-Bahn- und Ämter-Chaos, Wohnungs-, Schul- und Kitaplatznot. Wir haben mit ihm über Pankow gestern und heute und seine Vision für den Bezirk gesprochen (siehe „Nachbarn“).
Eine Frage von womöglich welthistorischer Bedeutung flatterte Benn quasi direkt nach dem Interview auf den Tisch: Wie rettet der Bezirk die Reste der Berliner Mauer? Seit der Pankower Christian Bormann seinen Fund in Schönholz öffentlich gemacht hat, hat ein Run der Mauerspechte eingesetzt (siehe „Kultur“).
Christian Hönicke ist Pankower. Wenn Sie Anregungen, Kritik oder Wünsche haben, schreiben Sie ihm einfach eine E-Mail an leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de.