Intro

von Christian Hönicke

Veröffentlicht am 19.07.2018

„Stolperfallen“. So nennt Gisela Grunwald liebevoll tadelnd die Pankower Gehwege. Die Vorsitzende der Pankower Seniorenvertretung hält es trotz aller Haushaltszwänge für „dringend geboten“, ein kurzfristiges Gehwegsanierungsprogramm für den ganzen Bezirk mit Priorisierung aufzusetzen. Das sei ein großes Thema für Senioren. „PankowerInnen im hohen Lebensalter sagen uns immer wieder, sie möchten noch erleben, dass holprige Gehwege zumindest angegangen werden“, sagte die Linken-Politikerin in der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Doch der Bezirksbaustadtrat macht den Senioren wenig Hoffnung. Der Zustand der Gehwege in Pankow sei „Ausdruck der Unterfinanzierung der Straßenunterhaltung“ durch den Senat, antwortete Vollrad Kuhn (B’90/Grüne). Nur die Gefahrenstellenabsicherung könne durch den Bezirk gewährleistet werden. Einzelne Abschnitte seien in das Sanierungsprogramm des Bezirks aufgenommen worden, doch die Umsetzung werde dauern.

In diesem Jahr sollen für insgesamt 700.000 Euro gerade einmal eine Handvoll Gehwege neu gestaltet werden, durch das Sonderprogramm „Gehweginstandsetzung“ des Senats. Und zwar in der Esmarchstraße, der Neumannstraße, der Dietzgenstraße, der Puccinistraße, der Mendelstraße und im Rispenweg. Abgesehen davon werde es „in absehbarer Zeit kaum zu einer spürbaren Verringerung“ der Stolperfallen kommen, so Kuhn. Es fehle Geld und Personal, laut dem Stadtrat erhält der Bezirk lediglich 45 Prozent des benötigten Bedarfs vom Senat im Doppelhaushalt. Das Bezirksamt könne deswegen „keine Perspektive“ aufzeigen, wie dem Sanierungsstau sinnvoll abgeholfen werden kann.

Stolpern statt gehen – so läuft’s also auch künftig in Pankow.

Christian Hönicke ist Pankower. Wenn Sie Anregungen, Kritik oder Wünsche haben, schreiben Sie ihm einfach eine E-Mail an leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de.

Anzeige