Intro

von Constanze Nauhaus

Veröffentlicht am 13.09.2018

scharfes Ding: Die Rasierklingen, Nähnadeln und Reißzwecken, mit denen irgendein*e Irre*r in den vergangenen Wochen mehrmals den Arnim-Spielplatz versilbert hat, waren zeitweise Thema Nummer 1 im Prenzlauer Berg. Immer wieder musste die Polizei den Spielplatz absperren, damit Mitarbeiter des Grünflächenamtes den Sand durchsieben und den Spielplatz anschließend wieder freigeben konnten. Nun ist der Arnimplatz seit vergangenem Donnerstag durchgehend gesperrt. Das laminierte, an allen Eingängen hängende Schild allerdings ließ vergebens angereiste Kitagruppen und Eltern staunen und mutmaßen: „Verfaulte Holzeinfassungen“ an den Spielgeräten stand auf Schildern an den mit Kettenschlössern verrammelten Pforten, und: „Unebenheiten im Boden“. Und das auf einem Spielplatz, der vor nicht einmal drei Jahren komplett neu aus dem Boden gestampft worden ist?

Klingt ein wenig so, als habe das Grünflächenamt – verständlicherweise – keine Lust mehr auf wöchentliches sieben mal Sieben. Oder vielleicht verfolgt Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) sogar einen geheimen Masterplan zur Überführung des Täters? Nein, ganz so ausgebufft ist das Bezirksamt dann doch nicht: „Liebe Frau Nauhaus, vielen Dank für den Hinweis“, freut sich der Stadtrat – das Straßen- und Grünflächenamt habe schlicht und ergreifend die falschen Schilder aufgehängt, sei über den Fehler informiert und werde die Schilder kurzfristig austauschen. Das war – für Verwaltungsverhältnisse in Lichtgeschwindigkeit – bereits am Mittwoch geschehen. In Wirklichkeit führten Ordnungsamt und Polizei gerade verstärkt Kontrollen durch. Außerdem soll der Sand mechanisch gereinigt werden – falls tiefere Schichten noch böse Überraschungen bereithalten.

Gute Nachricht: „Sobald dies durchgeführt wurde, wird dann wieder geöffnet.“ Welcome-To-Pankow-Nachricht: „Die Auftragsanfragen dazu sind raus, der genaue Wiedereröffnungszeitpunkt hängt davon ab, wie zeitnah einer der Fachbetriebe über freie Kapazitäten verfügt.“

Constanze Nauhaus ist im Prenzlauer Berg aufgewachsen, arbeitet im Berlin-Ressort des Tagesspiegel sowie für die Prenzlauer Berg Nachrichten und freut sich über Kritik und vor allem Lob an constanze.nauhaus@extern.tagesspiegel.de. (Anregungen für künftige Newsletter nimmt unser King of Pankow Christian Hönicke entgegen: leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de.)

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