Intro

von Christian Hönicke

Veröffentlicht am 11.10.2018

Pankows Grüne haben eine revolutionäre Idee. Sie fordern die „MuFuSchu“ – die Multifunktionsschule. Angesichts des Mangels an öffentlichen Flächen sollen Schulneubauten und -sanierungen künftig auch für andere Nutzungen bis hin zu Wohnungen im Dachgeschoss geplant werden. Ein entsprechender Antrag soll nächste Woche in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht werden. Damit will man vor allem dem Flächenmangel in Pankow begegnen. „Wir können es uns nicht länger leisten, große Gebäude zu planen und zu bauen, die in den Abendstunden und an den Wochenenden ungenutzt leer stehen“, so Karsten Dirk Gloger, Sprecher für Kinder- und Jugendpolitik der Pankower Grünen und Initiator des Antrags. Schulen müssten sich für „vielfältige Nutzungsmöglichkeiten“ ins Stadtquartier öffnen, durch Kooperationen mit der Nachbarschaft, mit Vereinen, mit Initiativen oder KünstlerInnen, die „händeringend nach geeigneten Räumlichkeiten“ suchen würden.

Im Antrag heißt es, nicht nur die Sporthallen und -plätze der Schulen sollten außerhalb der Unterrichtszeiten den Anwohnern zugänglich gemacht werden. Bei Baumaßnahmen sollten an Schulen vielmehr künftig „einige multifunktionale Räume“ eingerichtet werden, die auch am Abend und am Wochenende genutzt werden könnten. Dafür sollen separaten Nebeneingänge oder elektronische Schließsysteme genutzt werden.

Außerdem sollen die Schulen auf „Aufstockung“ und den Bau separater Treppenhäuser geprüft werden, um in den Obergeschossen nicht nur Künsterateliers oder Räume für Ehrenamtliche zu schaffen – sondern auch Wohnungen für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes wie ErzieherInnen, LehrerInnen oder PolizistInnen, die gerade aus den teuren Innenstadtlagen verdrängt werden. Durch die generierten Mieteinnahmen könne „beispielsweise auch eine HausmeisterInnenstelle finanziert werden, die für das Öffnen und Schließen der Räume vor und nach den Veranstaltungen verantwortlich sein wird“. Gloger verweist auf Hamburg, wo ein flexibles Raumkonzept in Schulen bereits umgesetzt wurde: „Warum sollte das nicht auch in Berlin funktionieren?“

Christian Hönicke ist Pankower. Wenn Sie Anregungen, Kritik oder Wünsche haben, schreiben Sie ihm einfach eine E-Mail an leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de.

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