Intro

von Robert Ide

Veröffentlicht am 16.05.2019

Haben Sie das auch gehört? War es schon wieder zu laut im Mauerpark in Berlin-Pankow? Oder übertönt das Gebrumme von ein paar Grummel-Anwohnern immer noch die weltweit bewunderte Karaoke-Kunst? Der Kampf darum, wie viel man im Mauerpark hört, was wen daran stört und wie viel Berliner Leben hierher gehört, tobt trotz der neuen Parkregeln, die den Schall nur noch in Richtung Osten lenken und damit alle Debatten in Rauch auflösen sollen. Ob das wirklich richtig geht, hört Ihr, wenn Ihr richtig steht?

Zunächst mal werden am Montag alle genauer hinhören, wenn „Grün Berlin“ die Ergebnisse einer Studie zur Nutzung des Parks öffentlich präsentiert (ab 17.30 Uhr im Olof-Palme-Zentrum, alle Infos hier). Dabei wird die landeseigene Gesellschaft sich allerdings auch selbst erklären müssen. Denn nach Informationen dieses Newsletters steht sie derzeit in Verhandlungen mit anderen berühmten Institutionen des Mauerparks über deren Verbleib. Der „Mauersegler“ und das „Schönwetter“ – seit 15 Jahren feste Partytreffs, aber immer nur mit sehr kurzfristigen Verträgen zum Weitermachen und Durchfeiern ausgestattet – bangen mal wieder um die Verlängerung.

Die lokale Politik ist angesichts der offenbar zähen Verhandlungen mit „Grün Berlin“ über eine längerfristige Vereinbarung alarmiert. „Das parkverträgliche Gewerbe von Schönwetter, Mauersegler und Flohmarkt gehört zum Mauerpark wie das Karaoke“, sagt etwa der Berliner CDU-Abgeordnete Stephan Lenz. Die Betroffenen selbst geben sich ob der laufenden Gespräche lieber zurückhaltend. „Das ist natürlich eine heiße Sache, aber wir sind auf einem Weg“, sagt Sylvio Krüger, Chef des Mauerseglers, auf Nachfrage. „Wir haben vor, langfristige Verträge zu bekommen und den Status quo zu erhalten.“ Im derzeit hart umkämpften Mauerpark wäre das ja schon eine Sensation. Denn neue Grenzen für Kultur würde so mancher hier gerne hochziehen. Höchste Zeit für eine Lärmschutz-Wende. – Robert Ide

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Diesen Text haben wir als Leseprobe dem neuen Pankow-Newsletter vom Tagesspiegel entnommen. Den Pankow-Newsletter, den wir Ihnen einmal pro Woche kompakt mailen, können Sie ganz unkompliziert und kostenlos bestellen unter leute.tagesspiegel.de.

Robert Ide ist in Pankow aufgewachsen und wohnt in Prenzlauer Berg. Er ist Geschäftsführender Redakteur beim Tagesspiegel, schreibt regelmäßig den Berlin-Newsletter Checkpoint und twittert gerne aus Kiezhausen.
Ab nächste Woche meldet sich hier wieder Christian Hönicke. Wenn Sie Anregungen, Kritik oder Wünsche haben, schreiben Sie einfach eine E-Mail an leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de.

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