Intro

von Christian Hönicke

Veröffentlicht am 02.01.2020

Neues Jahr, neue Wünsche. Oder auch die alten, denn in Pankow bleiben uns 2020 viele bekannte Baustellen erhalten. Da stellt sich doch die Frage: Was wünschen sich eigentlich die, die das ganze Jahr über an diesen Baustellen herumbuddeln dürfen? Wir haben Pankows Stadträte und die eine Stadträtin gefragt, was sie sich in ihrem Arbeitsbereich und generell für Pankow erhoffen.

Hier ist die Wunschliste. Ganz oben stehen dabei ein Verkehrskonzept für Pankows Norden und wenig überraschend mehr Ressourcen für das Bezirksamt. Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke – zuständig für Kultur/Finanzen/Personal) hofft speziell auf mehr Platz für die Pankower Ämter und weniger für Faschisten:

  • „… dass wir die Büros im bald ehemaligen Krankenhausstandort Fröbelstraße 15 in 2020 direkt für die Bezirksverwaltung nachnutzen können. Bei der herrschenden Büroknappheit und den explodierenden Preisen wäre das absolut sinnvoll.“
  • „Generell wünsche ich mir, dass jeder Mensch, gleich welcher Herkunft und welchen Lebensstils sich in Pankow frei und unbehelligt bewegen kann und von Freundlichkeit umgeben ist. Ich wünsche mir daher einen Bezirk mit 407.000 Antifaschistinnen und Antifaschisten.“

Mehr Unterstützung des Bundes erhofft sich Rona Tietje (SPD – Jugend, Wirtschaft, Soziales):

  • „Da mein Geschäftsbereich stark vom Bundesrecht geprägt ist, richten sich meine Wünsche in erster Linie an die Bundesebene: Ich würde mir die Einführung einer Grundrente und einer Kindergrundsicherung wünschen, um gerade ältere Menschen und Kinder in sozialen Schwierigkeiten stärker unterstützen zu können. Außerdem wünsche ich mir die Einführung eines sozialen Gewerbemietrechtes, damit Träger sozialer Angebote besser vor Verdrängung durch Kündigungen und steigende Mieten geschützt werden können. Auf Berliner Ebene würde ich mir ein Finanzzuweisungssystem wünschen, das eine auskömmliche Finanzierung der Hilfen für Familien in besonderes schwierigen Lebenslagen (Stichwort: Hilfen zur Erziehung) in allen Bezirken gewährleistet.“
  • „Generell wünsche ich mir für Pankow, dass der Senat (insbesondere die Senatsverwaltung für Verkehr) sich bei der Lösung der Verkehrsproblematik im Pankower Norden stärker engagieren würde. Zum einen ist die Situation in vielen Teilen des Bezirks einfach ein Ärgernis für die VerkehrsteilnehmerInnen, zum anderen verhindert es die Realisierung von dringend benötigtem Wohnungsbau. Diese Aufgabe können Senat und Bezirk nur gemeinsam lösen.“

Radstraßen, Spielplätze und vollendete Bebauungspläne hat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne – Stadtentwicklung und Bürgerdienste) auf dem Zettel, den er selbst abarbeiten darf:

  • „Ich wünsche mir, dass wir insbesondere folgende Projekte realisieren bzw. dazu weiter sichtbar vorankommen: Radverkehrsstrategie und Umsetzung von zwei bis drei Fahrradstraßen (Ossietzky-, Stargarder, Gleimstraße). Konkurrierendes Workshop-Verfahren am „Pankower Tor“ und Bebauungspläne an der Michelangelostraße. Erster voll inklusiver Kinderspielplatz in der Dusekestraße und weitere Spielplatzsanierungen. Reibungslose Einführung des Mietendeckels und Umsetzung der Wohngeld-Novelle.“
  • „Persönlich wünsche ich mir weitere gute Zusammenarbeit mit den KollegInnen im Bezirksamt und allen im Bezirk.“

Daniel Krüger (parteilos, für AfD – Umwelt und öffentliche Ordnung) hat einen besonders langen Zettel, der sich an den Senat und die PankowerInnen richtet:

  • „… dass alle Stellenbesetzungsverfahren einen guten Abschluss finden, heißt, neue motivierte Mitarbeiter_innen unsere Abteilung verstärken.“
  • „… dass wir mit dem zusätzlichen Personal im Außendienst der Beschwerdelage im Bezirk schneller und effektiver gerecht werden.“
  • „Weniger Fahrradleichen auf unseren Straßen bzw. schnellere Entsorgung nach Identifikation.“
  • „Weniger illegale Müllentsorgung (unsere Mitarbeiter sind auf der Hut!).“
  • „Zigarettenkippen gehören in den Aschenbecher, Hundekot im Beutel in den Abfalleimer!“
  • „Bei mancher Bürgerinitiative oder -anfrage wünschte man sich mehr New York und weniger Neheim-Hüsten, alle wollen nach Berlin, alle wollen Weltstadt, aber der Durchgangsverkehr vor der Tür muss morgen weg. Aber schon Kurt Tucholsky stellte vor über 90 Jahren in Bezug auf ideale Wohnlage fest: ‚vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße‘.“
  • „Dem Verkehrschaos im Norden ein Ende bereiten! Lebensnahes Verkehrskonzept für die nördlichen Stadtteile Blankenburg, Karow und Buch. Ein Park-and-Ride-Konzept für den Großraum Berlin, um dem Pendlerverkehr gerade auch in unserem Bezirk zu begegnen, bedeutet, bessere Informationen für Autofahrer, aber auch bessere Infrastruktur und mehr Züge im Bahnbereich. Die Verdichtung des Bahnverkehrs von/nach Bernau gehört auf die Tagesordnung!“

Torsten Kühne (CDU – Sport, Schule, Facility Management, Gesundheit) wünscht sich:

  • „… die schnellere Schaffung zusätzlicher Schulplätze mit tatkräftiger Unterstützung durch den Senat“
  • „… die zügige Besetzung von Stellen mit Fachkräften im Bau- und IT-Bereich“
  • „… die schnellere Umsetzung des Mustergesundheitsamtes“
  • „… den Ausbau von Bewegungsangeboten im öffentlichen Raum“
  • „Und ich wünsche Pankow, dass seine öffentliche Infrastruktur qualitativ und quantitativ mit den Herausforderungen, wie Bevölkerungswachstum, Mobilität, Demografie, Natur- und Klimaschutz, etc., mitwachsen kann.“

Christian Hönicke ist Pankower. Wenn Sie Anregungen, Kritik oder Wünsche haben, schreiben Sie ihm einfach eine E-Mail an leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de.

Diesen Artikel haben wir dem aktuellen Leute-Newsletter aus Pankow entnommen. Ihren wöchentlichen Tagesspiegel-Rundumblick aus Ihrem Bezirk können Sie ganz einfach hier bestellen: leute.tagesspiegel.de

Christian Hönicke berichtet diese Woche außerdem über diese Themen: +++ Neues Jahr, neue Wünsche: Pankows Stadträte und die eine Stadträtin schreiben, was sie sich in ihrem Arbeitsbereich und generell für den Bezirk erhoffen +++ So sicher sind Pankows Parks +++ Bezirk kämpft gegen Sperrung von Autobahn-Ausfahrt +++ Schulbau vs. Wohnungsbau: Bezirk will Gymnasiums-Erweiterung mit beschleunigtem Bebauungsplan retten +++ „Hier riecht es so nach Westpaket.“ Wie roch der Osten? Was unterschied die Gerüche in beiden Teilen Deutschlands? Ein experimenteller Rundgang +++ Kunsthochschule Weißensee: Studienprojekt für weniger Lieferverkehr erhält Mobilitätspreis +++ Der große Straßencheck: Sagen Sie uns, wie Berlin aussehen sollte! +++