Kiezkamera
Veröffentlicht am 10.10.2024 von Christian Hönicke
Jahrelange Verzögerungen: Senat verschiebt weitere Brückenbauten über den S-Bahn-Ring. Die nächsten Terminverschiebungen für Brückenbauten über die Ringbahn sind beschlossen. Betroffen sind zwei Projekte in Prenzlauer Berg: Auch der Abriss der Brücke an der Dunckerstraße verzögert sich um mindestens ein Jahr – und der Neubau der Schönfließer Brücke (Foto) sogar um mehr als zwei Jahre. Dafür sollen die Baumaßnahmen dann deutlich kürzer als ursprünglich geplant stattfinden. Das teilte die Senatsverkehrsverwaltung auf Tagesspiegel-Anfrage mit.
Beide Brücken liegen in direkter Nachbarschaft zur Schönhauser-Allee-Brücke, deren Abriss sich ebenfalls verzögert. Wie berichtet, beginnt dieser erst 2027, der Neubau soll dann 2032 freigegeben werden. Damit sind zwei wichtige Verkehrsverbindungen über den nördlichen S-Bahn-Ring mutmaßlich zumindest zeitweise parallel von Baumaßnahmen betroffen.
Die derzeitige Dunckerstraßenbrücke stammt aus dem Jahr 1976 und soll abgerissen werden. „Ziel ist es, 2025 mit dem Bau der neuen Brücke zu beginnen und innerhalb von zwei Jahren die Bauleistung durchzuführen“, teilt die Verkehrsverwaltung dazu weiterhin auf ihrer Website zu dem Projekt mit.
Doch dieser Zeitplan ist inzwischen überholt. „Nach aktuellen Planungen wird für die Dunckerstraßenbrücke eine Bauausführung in 2026/2027 vorgesehen“, erklärt die Verwaltung nun. Der Baustart soll also 2026 erfolgen, der Neubau nach Angaben der Behörde dann bereits 15 Monate später stehen. Der Autoverkehr soll nach letzten Planungen während der gesamten Bauzeit umgeleitet werden, lediglich Fußgänger und Radfahrer sollen die Bahngleise weiter überqueren können.
Auf Nachfrage räumte eine Behördensprecherin ein, dass sich der Baubeginn noch weiter verzögern könne. Es lägen „noch nicht die genehmigten Bauplanungsunterlagen vor, sodass eine belastbare Terminplanung nur eingeschränkt möglich ist“, hieß es. Darüber hinaus hänge dies auch von der Deutschen Bahn ab. Diese habe die erforderlichen Sperrpausen der Gleisanlagen zu genehmigen – der Bahnverkehr muss also zumindest zeitweise eingestellt werden.
Gleiches gilt für die Schönfließer Brücke im Westen der Schönhauser Allee. Sie ist eine Verbindung für Fußgänger zwischen den beiden dicht besiedelten Gründerzeitvierteln am Arnimplatz und entlang der Gleimstraße. Der 1912 errichtete Vorgängerbau, der die Schönfließer auf ganzer Breite mit der Sonnenburger Straße verband, wurde im Krieg schwer beschädigt. Nach dem Abriss 1964 wurde die jetzige schmale Fußgängerbrücke direkt nebenan gebaut. An ihrer Stelle soll nun wieder eine Verbindung in Straßenbreite errichtet werden.
Der Baubeginn dafür war eigentlich bereits für Ende 2024, Anfang 2025 vorgesehen. Doch auch hierzu kommt es nicht – stattdessen ist laut Verkehrsverwaltung die „Bauausführung im Jahr 2027/2028“ geplant.
Der Neubau soll sieben Meter breit werden – mit getrennten Spuren für Radler und Fußgänger, um die Ringbahn zu überqueren. Für Autos ist die neue Brücke tabu, lediglich Rettungsfahrzeuge dürfen sie im Notfall überqueren. Diese Eckpunkte hatte die Senatsverwaltung jedenfalls in der Ausschreibung der Bauplanung für Ingenieursbüros festgelegt.
Demnach war eine Bauzeit von rund drei Jahren eingeplant. Das soll nun offenbar deutlich beschleunigt werden: Auch hier ist eine Bauzeit von nur noch 15 Monaten geplant.
An den Kosten für beide Brücken hat sich jedoch nichts geändert. „Es werden für die Dunckerstraßenbrücke 8,5 Millionen Euro und für die Schönfließer Brücke 3,5 Millionen Euro veranschlagt“, erklärt die Sprecherin – das wäre keine Veränderung gegenüber den Plänen aus dem vergangenen Jahr. Auch für den Neubau der Schönhauser-Allee-Brücke sind bisher keine Kostensteigerungen einkalkuliert – hierfür sind wie gehabt 35 Millionen Euro vorgesehen. – Foto: imago images / Rolf Zöllner