Kultur

Ai Weiwei behält Atelier in Prenzlauer Berg

Veröffentlicht am 20.09.2018 von Christian Hönicke

Der Sommer geht, Pankows berühmtester Künstler auch. Ai Weiwei zieht bekanntermaßen weg aus Prenzlauer Berg, allerdings nicht, weil ihm sein Viertel, in dem er seit seiner Ausreise aus China 2015 lebte, auf die Nerven geht. Er flüchtet vor der Kälte, die uns Vollzeitberliner wohl alsbald wieder umgeben wird: „Ich und vor allem meine Freundin und mein Sohn finden die Berliner Winter ein bisschen schwer zu ertragen.“ Das vertraute er meiner Kollegin Barbara Nolte im Interview an. Er wolle in seiner verbleibenden Zeit gern irgendwo leben, wo es mehr Sonne gebe, hatte er schon der dpa erklärt.

Ein wichtiger Grund sei außerdem die Sprachbarriere. Sein neunjähriger Sohn sei auf einer englischsprachigen Schule, da sei es sinnvoll, irgendwo hinzuziehen, wo Englisch die Landessprache ist. „Wahrscheinlich“ geht Weiwei deshalb nach New York – die regelmäßigen Blizzards dort scheinen ihn nicht zu schrecken. Sein Atelier mit 20 Angestellten im früheren Brauereikeller am Pfefferberg will er aber behalten: „Der Mietvertrag läuft über 99 Jahre.“ Das Studio werde „immer meine Basis in Europa bleiben. Das gebe ich nie auf.“ Vermutlich auch aus reinem Sicherheitsdenken: Sein einstiges Hauptstudio in Peking ist ohne Vorwarnung abgerissen worden. Von solchen Zuständen sind wir in Berlin glücklicherweise weit entfernt. Das Atelier könnte höchstens wegen eines benachbarten Luxuswohnbaus irreparabel beschädigt werden.

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