Namen & Neues

Bürgermeister kämpft mit Verwaltung

Veröffentlicht am 04.01.2018 von Christian Hönicke

Damit noch einmal zu Sören Benn: Pankows Bürgermeister erhofft sich, wie oben erwähnt, noch mehr vom neuen Jahr. Wobei es eher zarte bis fromme Wünsche sind, die er im Interview mit der „Berliner Woche“ formuliert. Er hätte gern mehr Kita- und Schulplätze im Bezirk, möchte das Standesamt auf ein „akzeptables Leistungsniveau“ bringen und „dass wir bei den Verkehrsthemen in Pankow vorankommen“. Außerdem will Benn die 80 bis 100 Bezirksamtsmitarbeiter ersetzen, die 2018 ausscheiden. Darüber hinaus könne Pankow prinzipiell 100 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Aber: „Es ist eine Herausforderung, all diese Stellen auch wirklich zu besetzen.“

Die Vorsicht kommt nicht von ungefähr. Nach gut einem Jahr im Amt zieht Benn eine ernüchternde Bilanz. Essenz: Auch der Ober-Pankower verzweifelt an der eigenen Verwaltung. „Was ich so nicht erwartet hätte: Wie lange Prozesse in der Verwaltung dauern“, sagt Benn. Er habe feststellen müssen, „dass es eine Reihe von objektiven Dingen gibt, die dazu führen, dass das Vorbereiten und Treffen von Entscheidungen länger dauern als erwartet – teils weil einfach Personal fehlt.“ Auch zu den großen Bauvorhaben äußert sich Benn deshalb nur vage fordernd. Er sei aber nicht gewillt, sich an das Pankower Schneckentempo  zu gewöhnen. „Wir brauchen in der Verwaltung beschleunigte Verfahren.“ Mal sehen, wer schneller aufgibt: Pankow oder Benn.