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Breite Straße: zu massiv -Denkmalschutz fordert Umplanung

Veröffentlicht am 08.02.2018 von Christian Hönicke

Pankows Denkmalschutz hat Bedenken gegen die Baupläne auf dem Grundstück der ehemaligen Kaufhalle am Alt-Pankower Dorfanger angemeldet. Der Eigentümer wollte dort ursprünglich ein Einkaufszentrum bauen, der Bezirk wollte das wegen des nahen Rathaus-Centers und der geplanten Mall am „Pankower Tor“ nicht. Entlang der Breiten Straße ist nun Einzelhandel in einer Größenordnung um die 1500 Quadratmeter zur Stärkung des Hauptzentrums Pankow vorgesehen, an der südlichen Seite zur Schulstraße sind vorrangig Wohnungen geplant.

Doch auch die neue Planung des Investors ist dem Bezirk noch zu überdimensioniert. Auf einem Termin in der vergangenen Woche wurde laut Baustadtrat Vollrad Kuhn (B‘90/Grüne) verabredet, dass der Eigentümer seine Vorschläge für die Bebauung des Grundstücks so überarbeitet, dass sie „dem Umgebungsschutz der unter Denkmalschutz stehenden Kirche und dem Angerbereich stärker Rechnung tragen“.

Das Projekt umfasst mehrere Grundstücke zwischen Breiter Straße und Schulstraße im Pankower Ortskern. Früher stand hier die Gaststätte „Alter Krug“, sie wurde zu DDR-Zeiten abgerissen und durch eine Kaufhalle ersetzt, die wiederum 2007 geschlossen und später abgerissen wurde. In direkter Nachbarschaft zum Grundstück Breite Straße 35/35a befinden sich die Baudenkmale Alte Pfarrkirche und das zweistöckige Gemeindehaus. Die bauliche Gestaltung samt Lage, Kubatur und Höhe der Gebäude soll sich laut Bezirk daran und auch wieder an der ursprünglich kleinteiligen und lockeren Bebauung des Angerbereiches orientieren. Eine konkrete Vorgabe ist etwa, genügend Abstand zum Denkmalkomplex zu halten und nicht direkt an die Grundstücksgrenzen zu bauen. So soll eine „aufdrängende Wirkung“ des Projekts auf das Gemeindehaus verhindert werden.

Der zuletzt als Dreigeschosser geplante Neubau soll darüber hinaus von der Breiten Straße zurückgesetzt werden, um die „massive Wirkung zu verringern“. Außerdem soll so Raum für einen repräsentativen Eingangsbereich und Haltestellenbereiche der Tram geschaffen werden. Mit dem denkmalrechtlichen Umgebungsschutz soll gewährleistet werden, dass die besondere Wirkung von Baudenkmalen nicht geschmälert wird. Ein konkreter Termin, wann der Investor seine neuen Pläne vorlegt, wurde noch nicht vereinbart.

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