Namen & Neues

Gruselige Kiezstreifen in Karow

Veröffentlicht am 29.03.2018 von Robert Ide

Da graut es einem schon vor dem Morgengrauen: Die rechtsextreme NPD schickte vergangenen Donnerstag eine selbst ernannte „nationale Kiezstreife“ im Ortsteil Karow auf Patrouille. Diese solle „Sicherheit, Recht und Ordnung“ durchsetzen, „nachdem der Ortsteil immer wieder durch Ausländergewalt für Aufmerksamkeit sorgte“, heißt es bei der NPD (einen Link ersparen wir uns an dieser Stelle). Die Berliner Polizei gibt sich auf Nachfrage alarmiert: Aufmerksame Nachbarn würden unterstützt, heißt es aus dem Präsidium. „Bürgerwehrartige Strukturen werden jedoch strikt abgelehnt.“

Nach Polizeiangaben gab es auf der Karower Piazza im Februar und März drei Auseinandersetzungen mit jeweils leicht verletzten Personen: Am 3. März wurde demnach ein 16-jähriger Syrer verletzt, nachdem er sich mit drei Deutschen gestritten hatte, die sich über lautstarke Musik einer Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund beschwert hatten. Die Deutschen, die einen gezückten Schlüssel in der Hand des Syrers nach eigener Aussage für ein Messer hielten, brachten ihn zu Boden und fügten ihm Schürfwunden zu. Am 4. März schlug nach einem Streit ein 14-jähriger Iraker einen 15-jährigen Deutschen einmal mit der Faust ins Gesicht, der Geschädigte erlitt laut Polizeibericht eine „leichte Rötung an der rechten Wange“. Am 10. März kam es an gleicher Stelle zu einer wechselseitigen einfachen Körperverletzung zwischen einem irakischen und einem syrischen Jugendlichen; einer der beiden erlitt ein Hämatom oberhalb seines rechten Auges. Weitere Vorfälle seien den Behörden nicht bekannt, heißt es. „Aus polizeilicher Sicht handelt es sich um Einzelfälle“, welche die Behauptung der NPD von vermehrter Ausländergewalt „nicht stützen können“.

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