Namen & Neues

Pankower Kleingärtner streiten mit Bezirksstadtrat Kühne

Veröffentlicht am 04.04.2018 von Christian Tretbar

Apropos mein Kollege Ide. Der ist in seiner Freizeit im Vorstand des Kleingartenvereins Bornholm I e.V. und zusammen mit dem Kleingartenverein Bornholm II e.V. sowie dem Bezirksverband der Gartenfreunde Pankow e.V. und dem Bezirksverband der Kleingärtner Berlin Prenzlauer Berg e.V. haben sie sich jetzt in einem offenen Brief an den zuständigen Pankower Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU) gewandt. (Kenner berichten, dass es es schon eine Sensation sei, diese Gruppierungen alle zu einem gemeinsamen Brief zu bewegen.) Sie warnen vor der „grundlosen Vernichtung von einem Dutzend Gärten“ im Kiez. Hintergrund ist der geplante Ausbau der Bornholmer Grundschule. Die Gärtner verdeutlichen, dass sie an einer Lösung für den wachsenden Kiez interessiert seien und ihnen klar sei, dass mehr Schulplätze notwendig seien. „Wir sind auch weiterhin zu Gesprächen und Kompromissen bereit, wollen aber nicht ohne ernsthafte Beteiligungsverfahren mit nur vermeintlicher Bürgerbeteiligung abgekanzelt werden.“

Der kritisierte Kühne meldete sich sofort und machte aus dem offenen Brief einen offenen Briefwechsel. „Die Aussagen zu mangelnder Bürgerbeteiligung und der fehlenden Prüfung von Alternativen kann ich schwer nachvollziehen“, schreibt er. Es habe bereits ganztägige Workshops gegeben, an denen auch die Kleingärtner teilgenommen hätten. Man habe diverse Alternativen geprüft und werde weitere prüfen, sicherte Kühne zu. Aber er erklärte auch: „Ich möchte grundsätzlich anmerken, dass der Bezirk Pankow bis zum Schuljahr 2026/27 rund 11.000 Schulplätze zusätzlich benötigt, um den gesetzlichen Auftrag der Schulplatzversorgung erfüllen zu können. Derzeit lernen 33.780 Schülerinnen und Schülern in den Pankower Schulen. Das heißt, dass in gut 10 Jahren 30 Prozent mehr Schulplätze gebraucht werden.“

Ide antwortete wiederum in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Kleingartenanlage Bornholm I e.V. an Kühne, dankte für die ausführlichen Erläuterungen und erklärte, dass es diese bei dem eintägigen Workshop nicht gegeben habe und die Kleingärtner die Teilnahme dort auch erst „erstreiten“ mussten. Sicher kann man nur sagen: Da ist noch kein Gras über die Sache gewachsen.

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