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Spielplätze: Verletzungsgefahr nach Sanierung

Veröffentlicht am 19.04.2018 von Christian Hönicke

Nächste Runde im Pankower Spielplatzdrama: Der erste Zaun um einen gesperrten Platz fiel am Mittwoch in Weißensee in der Meyerbeerstraße. Die Initiative „Ja! Spielplatz!!“ setzt sich dort seit Februar unter anderem dafür ein, dass Spielplätze mit maroden Geräten zumindest behelfsmäßig zugänglich gehalten werden statt sie komplett abzusperren. Auf dem Spielplatz in der Meyerbeerstraße 65, gesperrt seit einem Jahr, lässt das Straßen- und Grünflächenamt nun seit Mittwoch die defekten Spielgeräte durch eine Fachfirma abräumen und die Sandfläche zum Buddeln herrichten. „Unsere Aktionen zeigen hier erste Erfolge“, so Uwe Scholz von der Initiative. Auch in der Schönstraße und in der Tassostraße wurden neue Spielgeräte installiert. „Es ist unverkennbar, dass das Straßen- und Grünflächenamt mit Hochdruck an konkreten Ergebnissen in absehbarer Zeit arbeitet“, so Scholz. Der Solonplatz wurde nach Vollsperrung 2013 immerhin als Sandfläche wiedereröffnet. Am Sonnabend soll dort von 14 bis 17 Uhr gemeinsam mit der BSR eine Frühjahrsputzaktion stattfinden, Infos für Interessierte gibt es hier.

Am Teutoburger Platz läuft es derzeit umgekehrt. Da ist der Spielplatz fertig saniert und umgebaut, geplante Fertigstellung war März 2018. Seit Wochen ist er jedoch von Baugerüsten umgeben. Eltern hatten deswegen ein Loch in den Zaun geschnitten, damit die Kinder schon mal losspielen können. Seit Dienstag hängt dort nun jedoch ein Schreiben des Bezirksamts, das das Spielen dort explizit verbietet. „Es besteht akute Verletzungsgefahr“, so Baustadtrat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne). Die neuen Spielgeräte entsprächen nicht den Sicherheitsbestimmungen, sie seien nicht sachgerecht aufgestellt, instabil und scharfkantig. Der Verein „Leute am Teute“ kommt zu dem Schluss, man habe unter Zeitdruck „offensichtlich Spielgeräte ohne eingehendere Prüfung eingekauft, die instabil und zu kantenreich sind“. Er bemängelt auch die generelle Neugestaltung des Platzes (etwa die nun zu kleine Grünfläche) und dass er in diesen Prozess nicht eingebunden wurde.

Das Bezirksamt verweist zumindest bei den Spielgeräten auf die verantwortliche Firma und prüft nun Regressansprüche. Man stellt sich dabei auf ein längeres juristisches Hin und Her ein. Es sieht also so aus, als müssten sich die kleinen Leute vom Teute auch künftig entweder in große Gefahr oder an einen anderen Platz begeben, wenn sie spielen wollen.