Namen & Neues

Behördenposse um Kinderflohmarkt

Veröffentlicht am 11.05.2018 von Christian Hönicke

Am Arnswalder Platz rieb man sich dieses Jahr verwundert die Augen: Der traditionelle Kinderflohmarkt an der Bötzowstraße wurde nicht genehmigt. Das Pankower Grünflächenamt habe immer neue Hürden für die sechs angepeilten Termine aufgestellt, so Carsten Meyer von der Initiative „Arnswalder Platz“. Laut Berliner Grünanlagengesetz wären die Kinderflohmärkte demnach eine Zweckentfremdung des Platzes (offenbar aber nicht die Parteiveranstaltungen, die dort regelmäßig stattfinden). Dabei sollten die Märkte doch auf dem Gehweg abgehalten werden.

Es entwickelte sich ein Hin und Her um eine Sondergenehmigung, insgesamt acht verschiedene Hierarchieebenen der Verwaltung waren laut Meyer damit beschäftigt: „Lieber Himmel, es geht um die Gestattung von Kinderflohmärkten, nicht um die Genehmigung eines Atomkraftwerks!“ Es sei kein Wunder, dass Berlins Verwaltung bei einem solchen Mikromanagement auf dem letzten Loch pfeife.

Zweimal wurde die Genehmigung wortreich verwehrt, dann half die italienische Methode: Bei einem Kaffee lässt sich noch jedes Problem lösen. Ein Mitarbeiter der Abteilung Stadtentwicklung und Bürgerdienste kam auf Vermittlung des SPD-Abgeordneten Tino Schopf persönlich vorbei, besah sich die Fläche bei einem Kaffee – und zwei Tage später war die Genehmigung erteilt. Meyer schlägt nun eine Vereinfachung des Vorgangs per Internet-Anmeldeformular und eine Reform des Berliner Grünanlagengesetzes vor. Das klingt nach einer spannenden Herausforderung – ungefähr so wie ein Studium in Atomphysik.

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