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Gleimstraße 56: Mieter wollen Hilfe vom Land

Veröffentlicht am 23.08.2018 von Christian Hönicke

Andernorts im Bezirk geht der Kampf gegen die Verdrängung weiter. Die Bewohner der Gleimstraße 56 appellieren an das Land Berlin und Finanzsenator Matthias Kollatz (inzwischen ohne -Ahnen, aber immer noch SPD), den Bezirk Pankow bei der Anwendung des Vorkaufsrechts zu unterstützen. Letzterer prüft aktuell die Modalitäten des Hausverkaufs an eine internationale Investmentgesellschaft. Laut den Mietern hat der Bezirk dazu noch bis zum 4. September Zeit. Das größte Problem dabei ist der schwindelerregend hohe Preis von 7,9 Millionen Euro. Den kann der Bezirk – selbst wenn er wollte – kaum allein stemmen. Das vorrangige Ziel von Baustadtrat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne) ist deshalb eine Abwendungsvereinbarung mit dem potenziellen Käufer. Der Kauf würde abgenickt, allerdings müsste sich der neue Eigentümer verpflichten, auf teure und mietsteigernde Aufwertungsmaßnahmen zu verzichten.

Die Mieter allerdings möchten lieber gleich ganz in die sichere kommunale Obhut überführt werden. Deswegen protestierten sie am heutigen Donnerstag vor dem Berliner Abgeordnetenhaus und übergaben ihre Forderungen an Koalitionsvertreter. Man hoffe, dass das Land den Bezirk bei der erstmaligen Ausübung seines Vorkaufsrechtes unterstütze „und uns Mieter nicht im Regen stehen lässt“, so Lothar Gröschel vom Verein „Gleim 56“. Am Sonntag um 18 Uhr soll der nächste Protestspaziergang durch die Nachbarschaft stattfinden. Dabei besuchen die Mieter auch andere Häuser, in denen die Bewohner ebenfalls um ihr Zuhause kämpfen, wie die Gleimstraße 52 und die Kopenhagener Straße 46.