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Rasierklingen, Nadeln, Ratten: Terror gegen Kinder am Arnimplatz

Veröffentlicht am 30.08.2018 von Christian Hönicke

Eltern rund um den Arnimplatz sind in großer Sorge: Offenbar treiben hier „Kinderhasser“ ihr Unwesen. Dies vermutet der Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B‘90/Grüne) nach mehreren hinterlistigen Attacken auf Spielplätze und Kitas in Prenzlauer Berg. Er spricht von gezielten „Anschlägen auf Kinder“.

Der Terror gegen Kinder begann Anfang August mit Reißzwecken auf dem Spielplatz des Arnimplatzes und in einer benachbarten Kita. In der vergangenen Woche wurden dann offenbar mindestens fünf weitere Anschläge verübt. Letzten Donnerstag fand ein Anwohner auf dem Spielplatz Rasierklingen und Nähnadeln, am Montagmorgen stieß eine Anwohnerin auf weitere Nähnadeln. Beide Male wurde der Spielplatz abgesperrt und erst nach der Durchsiebung des Sandes durch das Grünflächenamt wieder freigegeben. Ein weiterer Anwohner erklärte, dass er am Sonntag auf einem benachbarten Spielplatz nahe der Schivelbeiner Straße ebenfalls Rasierklingen gefunden hatte. Sowohl am gestrigen Mittwoch als auch am heutigen Donnerstag fand ein Hausmeister dann Reißzwecken und Nadeln vor einer Kita in der nahen Stavangerstraße. Alle Funde wurden am frühen Morgen gemacht, die Taten dürften sich also nachts abgespielt haben. Die Polizei ermittelt jeweils wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und untersucht Zusammenhänge.

Ähnliche Attacken gab es in der Vergangenheit in Berlin schon öfter, die Vorfälle rund um den Arnimplatz haben jedoch eine neue Dimension erreicht. Stadtrat Kuhn sieht ein klares Muster: Mehrere Vorfälle innerhalb weniger Tage nach dem Ende der Schulferien deuteten auf Nachbarn hin, die sich durch Kinderlärm gestört fühlten. Offensichtlich würden sie deshalb versuchen, Kinder vom Arnimplatz fernzuhalten. „Ähnliches wurde leider auch an anderen Stellen im Bezirk berichtet“, so Kuhn. Er berichtet davon, dass Anwohner bewusst „Fresspakete für Ratten“ ausgelegt haben sollen, um diese auf einen Spielplatz zu locken, damit dieser dann gesperrt werde. Auch um den Arnimplatz haben Anwohner seit einiger Zeit ein stark erhöhtes Rattenaufkommen bemerkt.

Künftig wollen Polizei und Ordnungsamt am Arnimplatz mehr Präsenz zeigen. Die Polizei habe auf Anfrage hin Schwerpunktkontrollen zugesagt, so Kuhn. Die Aussichten, die oder den Täter zu fassen, sind nach Ansicht des Stadtrats allerdings gering: „Derartige Vorkommnisse sind uns leider aus der Vergangenheit von verschiedenen anderen Spielplätzen bekannt, ohne dass ein Täter ermittelt werden konnte.“ Weil eine dauerhafte Überwachung ohnehin nicht möglich sei, appelliert die Polizei an die Nachbarschaft, wachsam zu sein und verdächtige Personen zu melden. Und das Bezirksamt rät den Eltern, den Sand auf einem Spielplatz vorher zu kontrollieren.

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