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Flüchtlingsunterbringung: Benn kritisiert Ost-"Schwerpunkt"

Veröffentlicht am 18.10.2018 von Christian Hönicke

Wird der Osten zur Flüchtlingszone? Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke) jedenfalls befürchtet das. Er kritisiert die „schwerpunktmäßige Unterbringung“ der Flüchtlinge „in einem begrenzten Stadtgebiet“. Was er meint: Die Verteilung in Berlin ist nicht gerecht, der Osten trägt den Großteil der Last. Allein in den drei Bezirken Lichtenberg (3465), Marzahn-Hellersdorf (3348) und Pankow (3308) befinden sich knapp die Hälfte der 22.000 Plätze in Berliner Gemeinschaftsunterkünften. Zum Vergleich: Die drei West-Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Reinickendorf (je ca. 1000) nahmen seit 2013 zusammen sogar weniger Flüchtlinge auf als Pankow allein.

Nun haben die drei Ost-Bezirke eine gemeinsame Initiative im Rat der Bürgermeister gestartet. Sie fordern vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) mehr Unterstützung. Sören Benn sieht seinen Bezirk zwar aktuell nicht überfordert, warnt aber vor langfristigen Folgen. „Pankow kommt klar, sieht aber auch die stadtweite Unwucht“, so der Bürgermeister. Nicht sein Bezirk sei dadurch per se benachteiligt, „die Geflüchteten sind es, wenn das Stigma der Flucht, das diesen Menschen sowieso schon anhängt wird, durch schwerpunktmäßige Unterbringung der Betroffenen in einem begrenzten Stadtgebiet noch verstärkt wird“.

Große Unterkünfte wurden in Pankow unter anderem in Buch, Karow und Französisch Buchholz errichtet. Vor allem in Buch sieht man dies angesichts der ohnehin großen Zahl an Transferleistungsempfängern problematisch. Es gehe nun darum, „den Ansatz der möglichst dezentralen Unterbringung von Geflüchteten auch stadtweit strategisch zu organisieren und nicht dem Selbstlauf zu überlassen“, so Benn.

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