Namen & Neues

Mauerfall: Bürgermeister treffen sich auf der Bösebrücke

Veröffentlicht am 08.11.2018 von Constanze Nauhaus

Dieser Freitag hat es wirklich in sich. Zur Erinnerung an die NS-Verbrechen gesellt sich irgendwo die Freude über den 29 Jahre zurückliegenden Mauerfall. Mit entsprechend angemessenem zeitlichem Abstand finden denn auch die jeweiligen Bezirksveranstaltungen statt. Um 21 Uhr treffen sich die Bürgermeister von Pankow und Mitte, Sören Benn (Linke) und Stephan von Dassel (Grüne) symbolisch am ehemaligen Grenzübergang an der Bornholmer Straße, auf dem „Platz des 9. November“ an der Bösebrücke.

Es ist dies eine Premiere, auch wenn die Pressemitteilung des Bezirksamtes – „Dieses Ereignis war seither für die Bürgermeister der angrenzenden Bezirke Anlass, sich am 9. November eines jeden Jahres in den Abendstunden an der Bösebrücke zu treffen“ –  anderes nahelegt. Im vergangenen Jahr war Benn verhindert, was sogar eine Kleine Anfrage in der BVV zur Folge hatte. Stephan von Dassel war noch nie dabei, obwohl schon seit Oktober 2016 im Amt. Ein Grund mehr, in diesem Jahr vor Ort mit Berlinern ins Gespräch zu kommen. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Einer derjenigen, der in der Mauerfall-Nacht über die Bösebrücke lief, war mein Vater. Ich habe ihn vor einem Jahr gebeten, für die Prenzlauer Berg Nachrichten aufzuschreiben, wie er diese Nacht erlebt hat. „Befreiung – das Wort ist pathetisch, aber nur damit kann man beschreiben, was wir im Herbst 1989 erlebt haben“, schreibt Kilian Nauhaus. „Bis heute kann ich mich, wenn ich mit der Straßenbahn von Prenzlauer Berg nach Wedding fahre, nicht daran gewöhnen, dass das eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist.

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