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Schönhauser 90: Mieter vermuten Fassaden-"Trick"

Veröffentlicht am 29.11.2018 von Christian Hönicke

Das Gerüst an der Schönhauser Allee 90 ist längst zu einer kleinen Sehenswürdigkeit geworden. Es steht nach Angaben der Mieter bereits seit Dezember 2015 ohne erkennbare Bauarbeiten. „Inzwischen ist sogar ein Baby hinter dem Gerüst geboren worden“, sagte der Bewohner Andreas Geil. Das Bezirksamt hatte der Hausverwaltung Berolina Grundbesitz GmbH nun wie berichtet genehmigt, „eine Schlussbeschichtung auf die Fassade anzubringen“ und „das Gerüst für die Dauer dieser Arbeiten weiter zu dulden“.

Von den Mietern kommt Einspruch. Sie wittern hinter dem Vorhaben „weiterhin Tricks und Täuschungen“. Eine Schlussbeschichtung könne und dürfe bei dieser Wetterlage nämlich gar nicht ausgeführt werden, das würde zu Schimmel an der Fassade führen. „Die Bezirksverwaltung hat diese Verlängerung eingeräumt, ohne sich über die Machbarkeit zu informieren“, so Geil. „Das Bezirksamt lässt sich von Eigentümer und Hausverwaltung öffentlich vorführen, indem es seine Handlungsunfähigkeit demonstriert.“

Am Mittwoch sei nun zur Krönung ohne vorherige Information eine komplett lichtundurchlässige Plane angebracht worden, sagte Geil: „Damit bekommen wir nun gar keine Sonne mehr.“ Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne) antwortete, der Eigentümer habe ihm versichert, diese Plane sei notwendig, um die Beschichtung bei der Kälte anzubringen. Das solle wenige Tage dauern. „Spätestens Mitte Dezember sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.“ Danach will das Bezirksamt laut Kuhn auf den sofortigen Abbau des Gerüsts drängen: „Wir müssen das schnellstmöglich beenden.“ Ob es noch zu einem gerüstfreien Weihnachten reicht?

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