Namen & Neues

Autobahn ist wichtiger: Kein Zebrastreifen für Buchholzer Schüler

Veröffentlicht am 07.02.2019 von Christian Hönicke

Die Verkehrsverwaltung will „den Gesamtablauf des Bauprogramms für Querungshilfen (Zebrastreifenprogramm) noch effizienter gestalten“. Wir erinnern uns: Im Land Berlin benötigt das Aufpinseln von weißer Farbe derzeit drei Jahre und 18 Verwaltungsschritte. Es geht aber auch länger: In Französisch Buchholz vor der Jeanne-Barez-Schule zieht sich die Sache schon fünf Jahre hin.

  • (Der Text stammt aus dem Pankow-Newsletter des Tagesspiegel – den können Sie kostenlos und komplett lesen unter leute.tagesspiegel.de.)

Bereits im Jahre 2014 hatten die Elternvertretung und der Förderverein der Schule zur Sicherheit der Schüler einen Fußgängerüberweg über die Berliner Straße, Höhe der Dr.-Markus-Straße, beantragt. Dieser wurde komplett durchgeprüft, Streifenaktivist Helmut Jansen hat dabei viel gelernt: Sollen Schienen gequert werden, etwa wie in dem Fall der Tram, muss auch eine Art Schienenkommission beteiligt werden. Jansen: „Die tagt aber recht selten, mitunter kommt die nur einmal im Jahr zusammen.“

Am Ende wurde der Überweg aber von allen beteiligenden Instanzen befürwortet. Der damalige Staatssekretär Jens-Holger Kirchner (B’90/Grüne) sagte 2017 den Bau einer „Fußgängeranforderungsampel“ fest zu.

Passiert ist seither: nichts. Warum, erklärte Kirchner Anfang 2018 selbst per Brief: Autos sind wichtiger. Denn nach der ausgiebigen Prüfung kommt nun die Sanierung der A 114 dem Zebrastreifenbau in die Quere. Die soll 2019 beginnen und dreieinhalb Jahre dauern.

Weil dadurch nur ein Fahrstreifen pro Richtung bleibt, rechnet die Verkehrsverwaltung mit Ausweichverkehr u.a. im Straßenzug Pasewalker Straße/Berliner Straße. Deswegen seien dort „kapazitätseinschränkende Maßnahmen“ kritisch zu sehen, auch der geplante Radweg könne vorerst nicht gebaut werden. Das heißt also für die Schüler der Barez-Schule: Statt eines sicheren Überwegs verunsichern ihnen zukünftig noch mehr Autos den Schulweg. Da bleibt wohl nur noch das Elterntaxi.

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