Namen & Neues

"Pankower Tor" 1: SPD und Linke weisen Kritik zurück

Veröffentlicht am 14.02.2019 von Christian Hönicke

Nochmal zurück zum „Pankower Tor“. Nach der Kritik der Grünen an den Planungen kontern nun Linke und SPD. Der von den Grünen monierte „Geheimvertrag“ mit Investor Kurt Krieger sei längst öffentlich einsehbar (Link hier), so die Linken. Auch die Gremien der BVV hätten sich seit 2009 „intensiv mit der Zukunft des Bauprojektes beschäftigt“. Die Grundsatzvereinbarung gehe „in vielen Punkten weit über das hinaus, was die BVV gefordert hat“, vor allem dank des „beherzten Handelns des Bürgermeisters“ Sören Benn.

Auch die Pankower SPD fordert ein Ende der „Querschüsse“. Mit Unverständnis reagiert der Bezirks-SPD-Vorsitzende Knut Lambertin, insbesondere auf die Forderungen des Zählgemeinschaftspartners nach Neuplanungen für das Projekt. Die Grünen fordern unter anderem 3000 statt nur 2000 Wohnungen, den Verzicht auf das geplante Einkaufszentrum an der Berliner Straße, mehr Schulstandorte und eine weniger autofreundliche Verkehrsplanung. Sie kritisieren außerdem den geplanten Möbelmarkt an der Prenzlauer Promenade. Die SPD sieht „die wohnortnahe Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten und Schulen sowie dringend notwendigem Wohnraum“ beim geplanten Volumen dagegen als erfüllt an.

Lambertin erinnerte daran, dass die Grünen gemeinsam mit der SPD und der Linkspartei eine Vereinbarung über gemeinsame Ziele zu Beginn der Legislaturperiode unterzeichnet haben. Darin seien für das „Pankower Tor“ sogar nur 1000 Wohnungen, zwei Möbelmärkte, ein Einkaufszentrum und zwei Schulen aufgeführt worden. „Querschüsse, zum Beispiel aus der Verwaltung, untergraben das Vertrauen der Menschen in die Vereinbarungen und das Handeln der Politik in Pankow“, so Lambertin. „Damit muss Schluss sein. Der Bedarf ist dringend. Das Verständnis der Pankowerinnen und Pankower für weitere Verzögerungen ist mehr als erschöpft.“

Über das „Pankower Tor“ wird seit fast einem Jahrzehnt gestritten. Krieger hatte das Gelände des Rangierbahnhofs Pankow-Heinersdorf 2009 gekauft. Am Ende zog Pankows Bürgermeister Benn das Verfahren an sich und arbeitete gemeinsam mit Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (beide Linkspartei) und Krieger eine sogenannte Grundsatzvereinbarung aus. Die sieht vor, dass das neue Quartier 2000 Wohnungen, ein Einkaufszentrum, einen Möbelmarkt und eine Grundschule bekommen soll. Nach Kriegers Wunsch soll ab 2021 gebaut werden, aktuell ist frühestens 2023 als Baustart denkbar.

Anzeige