Namen & Neues

Florakiez kämpft gegen "Deutsche Wohnen"

Veröffentlicht am 28.02.2019 von Christian Hönicke

Im Florakiez geht die Angst vor der „Deutsche Wohnen“ um. Im Januar wurden laut Angaben von Anwohnern neun Häuser mit 176 Wohnungen als Paket zum Preis von 44 Millionen Euro angeboten. Die Häuser stehen in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und in Pankow. Mit dabei sind die Häuser Görschstraße 40, 41, 41A, 41B und die Florastraße 15 und 16. In letztere befinden sich das „Zimmer 16“, eine kulturelle Institution im Kiez, und die Kita „Kleine Florakinder“ befinden. Eine Nachfrage beim Pankower Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne) habe ergeben, dass die „Deutsche Wohnen“ den Zuschlag erhalten soll.

Daraufhin gründete sich eine bezirksübergreifende Mieterinitiative, die politische Unterstützung sucht. Die Mieter befürchten nach dem Verkauf die Erhöhung der Mieten beziehungsweise aufwendige Sanierungen und die Umwandlung ehemaliger Sozialwohnungen in Eigentumseinheiten. Sie haben Kuhn nach eigenen Angaben mehrfach mit der Bitte angeschrieben, das Vorkaufsrecht auszuüben.

Da die Häuser im Milieuschutzgebiet stehen, ist dies genauso möglich wie eine sogenannte Abwendungsvereinbarung zum Mieterschutz. Die Frist dafür läuft laut der Initiative am 7. März aus. Auch Berlins Regierender Michael Müller (SPD) und Friedrichshain-Kreuzbergs Stadtrat Florian Schmidt (B’90/Grüne) seien mit der Bitte angeschrieben worden, sich für die Mieter einzusetzen. Bisher habe es jedoch keine Antwort gegeben: „Es besteht der Eindruck, dass die Gelegenheit nicht genutzt werden soll.“

Dem widerspricht Kuhn. Pankow prüfe derzeit Vorkaufsrecht und Abwendungsvereinbarung. „Wegen des laufenden Verfahrens können wir uns zu dem Fall aber aktuell nicht weiter äußern.“ Man bedauere, dass dadurch fälschlicherweise der Eindruck entstanden sei, dass die Politik nicht zum Schutz der Mieter agiere. Bei einer Aktion am Sonnabend (2. März/ab 10.30 Uhr) wollen die Mieter mit Live-Musik, Protestkuchen und Kunst öffentlich auf ihre Situation aufmerksam machen.

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