Namen & Neues

Aus für Markt am Helmholtzplatz

Veröffentlicht am 11.04.2019 von Christian Hönicke

Der beliebte Kinderflohmarkt auf dem Helmholtzplatz bekommt keine Genehmigung vom Bezirksamt mehr. Er fand seit 13 Jahren von März bis Oktober alle vier Wochen statt, Veranstalter ist das MACHmit!-Kindermuseum aus der Senefelderstraße. „Der Kinderflohmarkt auf dem Helmholtzplatz war ursprünglich als gemeinnützige Veranstaltung genehmigt worden, bei der Kinder niedrigschwellig altes Spielzeug und ähnliches weiterverkaufen konnten“, teilt Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne) mit. „Wie sich jetzt im Rahmen einer Vor-Ort-Prüfung ergeben hat, hat sich dieser Flohmarkt jedoch über die Jahre hin zu einem normalen Trödelmarkt entwickelt.“

Der Markt fand am Platzhaus statt (es gibt noch einen anderen an der Ecke Raumer-/Dunckerstraße). Dabei habe er inzwischen einen Umfang erreicht, „der für den Helmholtzplatz aus Gründen des Grünanlagen-Schutzes so auf Dauer nicht tragbar wäre“, so Kuhn. Es seien zudem inzwischen auch kommerzielle Anbieter dabei. Deshalb würde für den Markt so oder so eine Sondernutzungsgebühr fällig. „Die Gebühren wären für uns zu hoch“, sagt MACHmit!-Museumsleiterin Uta Rinklebe. „Deswegen haben wir den Antrag lieber zurückgezogen.“

Die Museumsleiterin widersprach jedoch der Einschätzung des Bezirksamts: „Es ist kein einziger kommerzieller Anbieter dabei.“ Darauf habe man immer geachtet, bekräftigt Jutta Polic, die ebenfalls im Musuem arbeitet und den Flohmarkt organisiert. Es sei immer noch ein Kindertrödelmarkt, „aber natürlich sind dort auch Eltern dabei. Für das Grünflächenamt ist es aber schon kommerziell, wenn Geld eingenommen wird.“

Das dürfe nicht sein, denn das Areal vor dem Platzhaus gehöre zur Grünfläche, und dort seien gewerbliche Aktivitäten untersagt. Das Amt kritisierte auch, dass die Veranstalter Standgebühren erhoben haben. „Wir haben das gemacht, um unseren Aufwand zu decken“, sagt Polic. „Wir sind dadurch nicht reich geworden.“

Der Fall erinnert an jenen am Arnswalder Platz. Auch dort war der Flohmarkt nicht die einzige Veranstaltung auf dem Platz, die die Frage aufwarf, ob sie kommerziell ist oder nicht. „Das Amt hat sich in den letzten Jahren nie gemeldet, wir waren immer im Glauben, dass alles korrekt ist“, sagt Polic. Sie wundert sich über den Kurswechsel – nicht ganz zu Unrecht. Der Helmholtzplatz wird ebenfalls für Parteiveranstaltungen oder für Konzerte genutzt, und das Platzhaus nebst Vorfläche wird auch für private Feiern vermietet. Und etwa bei frei laufenden Hunden (siehe Kiezkamera und Kiezgespräch), die die Parks stark in Mitleidenschaft ziehen, drückt das Bezirksamt weiter alle Augen zu.

Nicht ganz nachvollziehbar finden die Flohmarktorganisatoren auch die Aussagen des Amts, wonach die Anwohner geschützt werden müssten, denn es gebe viele Eigentumswohnungen rund um den Platz, deren  Bewohner die Grünfläche als Ruheplatz nutzen wollten. Auf Nachfrage erklärten die Amtsmitarbeiter jedoch, es hätten sich gar keine Leute beschwert, sagt Polic. Sie hofft noch auf ein Einlenken des Bezirksamts. Und sucht parallel nach einem neuen Standort für den Kinderflohmarkt.