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Ziviler Ungehorsam: Anwohner bauen Zaun um Spielplatz ab

Veröffentlicht am 13.06.2019 von Christian Hönicke

In Weißensee machen die Anwohner nun selbst mobil gegen gesperrte Spielplätze. In einer Mischung aus Zivilcourage und zivilem Ungehorsam haben sie einen kurzerhand selbst wieder eröffnet. Auf dem Wasserspielplatz in der Wigandstaler Straße wird nun wieder geplanscht, berichtet Uwe Scholz von der Weißenseer Initiative „JA! Spielplatz!!“. Dabei fehlt laut Scholz immer noch die Endabnahme durch das Straßen- und Grünflächenamt (SGA).

Der Spielplatz ist der letzte von einst vier seinesgleichen in einem Viertel mit etwa 600 Kindern. Das Wasserspiel war bereits im April fertig gestellt, die Pumpe lief irgendwann auch – doch geplanscht werden durfte nicht. Ein Zaun verhinderte das bis Anfang Juni. Am 8. Juni war die Absperrung plötzlich weg – eine Anwohnerin berichtete laut Scholz, ein Vater hätte sie kurzerhand selbst abgebaut. Noch immer liegen die Zaunteile im Gebüsch – „das spricht dagegen, dass hier das SGA aktiv war“, so Scholz. „Wie dem auch sei, wir freuen uns auf jeden Fall für die Kinder aus dem Steinbergviertel.“ Mal sehen, ob der Zaun bald wieder steht oder vorbildlich weggeräumt wird.

Wüste herrscht dagegen noch rund um die „Plansche“ im Park am Weißen See. Die sollte laut Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne) eigentlich längst die Hitze lindern. Doch nix da – das Areal ist weiter abgesperrt. Und zwar, weil die neu angelegte Rasenfläche drumherum noch nicht angewachsen ist. „Mangelhafte Anwachspflege“, diagnostiziert Scholz. Firmen und SGA-Mitarbeiter würden sich dafür gegenseitig die Verantwortung zuschieben. Vielleicht sollten die Anwohner besser auch gleich die Rasenpflege übernehmen.

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