Namen & Neues

Pankow kauft sieben Hektar Ackerland

Veröffentlicht am 17.10.2019 von Caspar Schwietering

In Berlin, wo selbst die Mittelschicht Verdrängung fürchtet, ist das „Vorkaufsrecht“ längst zum Reizwort geworden. Bei dem Begriff denken die meisten wohl unwillkürlich an Hausgemeinschaften, die mehr oder minder verzweifelt gegen steigende Mieten und die Vertreibung aus beliebten „Milieuschutzgebieten“ kämpfen. Pankow hat sich mit dem bezirklichen Vorkaufsrecht nun allerdings ein paar Ackerflächen am Stadtrand gesichert. Im Ortsteil Karow hat der Bezirk zwei Areale von insgesamt sieben Hektar erworben und anschließend an die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Howoge und Gesobau weitergegeben.

Damit will der Bezirk Bodenspekulation verhindern. Die Flächen liegen innerhalb der Rahmenplanung Karow – das heißt dort, wo in den kommenden Jahren neue Wohnungen für etwa 3000 Menschen entstehen sollen. „In dieser Gegend gab es Spekulation mit Bauerwartungsland, deshalb sind wir nun dort eingestiegen und haben für Berlin große Flächenpotenziale gesichert“, sagte Pankows Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) dem Tagesspiegel. Der Bezirk habe das Vorkaufsrecht berlinweit erstmalig zur Sicherung von Bauland eingesetzt. Die Gebiete, auf denen in Karow die neuen Stadtviertel entstehen sollen, seien damit nun ganz überwiegend im Besitz der kommunalen Wohnungsbauunternehmen, erklärte Kuhn. Bei den kürzlich erworbenen sieben Hektar Land soll es sich demnach um Restflächen gehandelt haben, die etwa fünfzehn Prozent des gesamten Planungsgebietes ausmachen.

Bis in Karow im großen Maßstab gebaut wird, werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Denn derzeit stecken die drei neuen Stadtviertel noch immer in der Planungsphase. Zudem müssen die Berliner Wasserbetriebe noch klären, wie die Flächen an die Kanalisation angeschlossen werden können. Mit der Eröffnung des Bebauungsplanverfahrens rechnet Kuhn deshalb erst Anfang 2021. Mit dem Bau kann dementsprechend frühestens 2024 begonnen werden. Bis dahin würden die Äcker vermutlich weiter landwirtschaftlich genutzt, meinte Kuhn.

Foto: Ottmar Winter

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