Namen & Neues

Kaffee kaufen und Café zu verkaufen

Veröffentlicht am 24.10.2019 von Eva Steiner

Ein Kaffee ist doch nicht teuer? – Ja, wenn man ihn sich leisten kann. Doch für die Ärmsten der Armen sind auch zwei, drei Euro für ein heißes Getränk kaum erschwinglich, der Preis ist höher als der für die Notübernachtung in manchen Einrichtungen. Damit sich Obdachlose und andere Bedürftige zwischendurch aber auch etwas Gutes tun können, gibt es eine tolle Idee, die ursprünglich aus Neapel stammt: Den so genannten „Aufgeschobenen”, auf Italienisch „Caffè Sospeso”.

Das Prinzip ist einfach: Man bestellt einen Kaffee oder ein anderes Heißgetränk, dazu einen „Aufgeschobenen” und bezahlt die zwei Getränke: für den nächsten Bedürftigen mit, der so vielleicht an einem kalten Wintertag etwas Warmes zu sich nehmen kann.

In Pankow machen bereits das alkoholfreie „Café 157” in der John-Schehr-Straße 24 sowie der Späti „Heim Getränke” in der Wichertstraße 50a mit. Weitere Infos über die „Aufgeschobenen” in Berlin gibt es hier.

Ein Kaffee ist für viele erschwinglich, ein Café schon weniger. Wer zum Beispiel neuer Eigentümer des schicken Kaffeehauses „Kaffeeraum” im Bötzowkiez werden möchte, braucht mehr als nur ein paar Euro: Für stolze 1,2 Millionen Euro wird das Gastronomieobjekt an der Ecke Bötzowstraße/Hufelandstraße derzeit bei Immobilienscout angeboten

Auf Nachfrage des Tagesspiegel bei den Betreibern des Cafés bedeutet ein möglicher Eigentümerwechsel aber nicht das Ende der Wiener Kaffeehauskultur mit Schaubackstube an dieser prominenten Stelle. Ob man hier vielleicht in Zukunft auch mal einen „Aufgeschobenen” bestellen kann?

Foto: dpa

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Diesen Text haben wir als Leseprobe dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Pankow entnommen. Den – kompletten – Pankow-Newsletter gibt’s unkompliziert und kostenlos hier leute.tagesspiegel.de.

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