Namen & Neues

Florastraße soll "Begegnungszone" werden

Veröffentlicht am 05.12.2019 von Christian Hönicke

Die Florastraße soll Pankows Maaßenstraße werden. Grüne, Linke und SPD wünschen sich dort eine „Begegnungszone“ nach dem Schöneberger Vorbild. Zumindest am östlichen Ende der Straße auf Höhe des Garbatyplatzes am Bahnhof Pankow. Auf der BVV am Mittwoch beschlossen sie einen entsprechenden Antrag, der das Bezirksamt auffordert, eine Machbarkeitsstudie dazu durchzuführen. „Die Einrichtung einer Begegnungszone soll die Nutzung des Garbatyplatzes für Fußgängerinnen und Fußgänger erleichtern und gleichzeitig den Fahrzeugen des Umweltverbunds (Bus M27, Taxis, Fahrräder) die Überquerung ermöglichen“, heißt es im Antrag.

Das Konzept der Begegnungszone ist, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, vom Auto bis zum Fußgänger. Dadurch soll die gegenseitige Rücksichtnahme gefördert und das Autotempo verringert werden. In Frankreich, Belgien, Österreich und der Schweiz gibt es sie teils schon seit den 1990er Jahren. Die Maaßenstraße ist die erste Berliner Begegnungszone, auch in der Kreuzberger Bergmannstraße wird dieses Konzept seit einiger Zeit erprobt. Allerdings wird darüber sehr kontrovers diskutiert. Vor allem die Geschäftsinhaber stören sich daran, sie beklagen den Wegfall der Parkplätze.

„Begegnungszonen haben in Berlin einen schlechten Ruf“, räumen die Pankower Grünen ein. Allerdings würden Umfragen zeigen, dass sich die Anwohner vor allem über generelles Fehlverhalten ärgerten und nicht über die Zone an sich. Aus Sicht der Grünen eignet sich der Garbatyplatz zudem ideal für die Einrichtung einer Begegnungszone. Dort müsse auf jeden Fall etwas geschehen, der Bahnhof Pankow sei einer der belebtesten Umsteigeorte im Bezirk, dem Platz fehle aber jede Aufenthaltsqualität. Wolfram Kempe von der Linkspartei erinnerte dabei daran, dass Pankow sich mit der Florastraße schon einmal beim Senat um das Pilotprojekt „Begegnungszone“ beworben – Maaßen- und Bergmannstraße bekamen jedoch den Vorzug.

Es gehe erst einmal nur um eine Machbarkeitsstudie, „da sollen morgen nicht die Bagger anrollen“, sagt Almuth Tharan von den Grünen. Da es sich um eine Straße des übergeordneten Netzes handle, müsse zudem die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zustimmen. – Text: Christian Hönicke 

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