Namen & Neues
Klopapier-Affäre: "German Toilet Organization" soll Gymnasium helfen
Veröffentlicht am 16.01.2020 von Christian Hönicke
Kennen Sie die „German Toilet Organization“? Doch, die gibt es. Sie soll helfen, den Vandalismus auf den Toiletten des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums zu stoppen. Das teilte die Senatsschulverwaltung auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Thorsten Weiß hin mit. Der wollte die Affäre um die „Mangelnde Versorgung mit Hygieneartikeln am Heinrich-Schiemann-Gymnasium“ sauber aufklären. Zur Erinnerung: Der Schulleiter hatte zu unkonventionellen Mitteln gegriffen und „Handseife und Toilettenpapier aus den Toiletten verbannt, da diese von Vandalen oft als ‚Waffen‘ missbraucht wurden“, wie Weiß in seiner Anfrage schrieb.
Welche Maßnahmen der Senat plant, um Schulleiter generell in der Klovandalismus-Frage zu unterstützen, wollte Weiß dazu wissen. Die Antwort der Schulverwaltung: Das Problemen an Schulen könne generell nur durch langfristige pädagogische Ansätze gelöst werden, „bei denen es bei der Schülerschaft zu einer stärkeren Identifikation mit ihrer Schule kommt“. So gebe es an 33 Schulen bereits „Schülerhaushalte“, über die die SchülerInnen entscheiden könnten.
Speziell um das Schliemann-Gymnasium soll sich aber nun die „German Toilet Organization“ (GTO) kümmern: „Die für die oben genannte Schule zuständige regionale Schulaufsicht hat nach Rücksprache mit der Schule Kontakt zur GTO aufgenommen, um ein Projekt zur Problematik ‚Vandalismus auf den Schultoiletten‘ an der Schule zu initiieren.“ Auf ihrer Website schreibt die GTO von einer „globalen Sanitärkrise“, die „nur in Zusammenarbeit aller bewältigt werden“ kann. Dazu müsse das „Toiletten-Tabu“ durchbrochen werden. Das gemeinsame Ziel am Schliemann-Gymnasium ist laut Schulverwaltung daher zuallererst, „durch die Herbeiführung eines Bewusstseinswandels auf Seiten der Schülerschaft dem Vandalismus auf Schultoiletten präventiv zu begegnen“. – Text: Christian Hönicke
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