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Neue Forderungen nach sofortiger TXL-Schließung

Veröffentlicht am 23.04.2020 von Christian Hönicke

Nun schließt endlich TXL. Kein Fluglärm mehr über Pankow: Der Flughafen Tegel liegt weiterhin praktisch brach, der Flugbetrieb ist um 95 Prozent reduziert. Wegen der Verluste in Millionenhöhe wollte Berlin TXL deswegen kurzfristig schließen, darf das aber nach dem Veto der Bundesregierung nicht. Das kritisiert der Stefan Gelbhaar, Verkehrsexperte der Grünen im Bundestag: „Verkehrsminister Scheuer will wieder besseren Wissens den Flughafen Tegel unbedingt offen halten und führt die Versorgungssicherheit der Stadt und den Regierungsflughafen als Argument ins Feld.“

Die Versorgungssicherheit Berlins sei allerdings auch ohne den Flughafen Tegel gewährleistet, so Gelbhaar. In Schönefeld sind Terminals, Vorfeld und Rollbahnen uneingeschränkt geöffnet. Die BER-Eröffnung ab Oktober ist nach der TÜV-Abnahme zudem praktisch sicher – sogar eine vorzeitige Eröffnung ist nun im Gespräch. „Die Schließung des Verkehrsflughafens Tegel spart Mittel in Millionenhöhe ein, zudem können die Mitarbeiter etwa von Polizei, Zoll und BVG momentan an anderer Stelle besser eingesetzt werden“, so Gelbhaar. „Tegel temporär schließen macht bei einigem Abstimmungsbedarf im Detail einfach Sinn, Verkehrsminister Scheuer fährt einen seltsamen Kurs.“

Auch das Bündnis „Pankow sagt Nein zum Flughafen TXL“ fordert mit Nachdruck „die sofortige Schließung des Flughafens Tegel und eine Verlagerung des verbliebenen Flugverkehrs nach Schönefeld-Alt“. Am 8. November solle Tegel ohnehin planmäßig geschlossen werden. „Man kann wegen der bestehenden Grenzschließungen und Kontaktbeschränkungen davon ausgehen, dass der Flugbetrieb bis November bei weitem nicht mehr an das ursprüngliche Niveau heranreichen wird“, so die Initiative. Die Stilllegung Tegels könne pro Monat sechs Millionen Euro einsparen und die landeseigene Flughafengesellschaft entlasten. „Die Kapazitäten in Schönefeld-Alt reichen für die Rückholaktion von im Ausland gestrandeten deutschen Touristen und den aktuellen Flugbetrieb bis November aus.“ – Text: Christian Hönicke
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