Namen & Neues

Arbeitslosigkeit steigt: Pankows Wirtschaft "stark betroffen"

Veröffentlicht am 20.05.2020 von Christian Hönicke

Um die Zukunft der etwa 43.000 Pankower Unternehmen fürchtet Wirtschaftsstadträtin Rona Tietje (SPD). Die Wirtschaft im Bezirk ist besonders mittelständisch geprägt, „viele Unternehmen in Pankow sind von den Beschränkungen stark betroffen“, sagt Tietje. „Einige kommen nur auf zehn Prozent ihres sonstigen Umsatzes.“ Zu den größten Verlierern gehörten Einzelhandel (außer Lebensmittel und Bücher), Gastronomie, Tourismus (vor allem Hotels), und alle Bereiche, bei denen Veranstaltungen im Mittelpunkt stehen.

Wie viele Unternehmen akut von der Schließung bedroht sind, könne sie zwar noch nicht abschätzen, so Tietje. „Aber ein Indikator dafür, dass es vielen Unternehmen schlecht geht, sind die Arbeitsmarktzahlen.“ Die Arbeitslosigkeit im Bezirk sei zwischen Februar und April um 15 Prozent gestiegen (von 15.045 auf 17.307). Die Zahl der bei der Arbeitsagentur neu als offen gemeldeten Stellen sei gegenüber dem April 2019 um 73,3 Prozent gesunken. Zahlreiche Betriebe hätten zudem Kurzarbeit angemeldet.

Besonders bitter sei die Situation für die Branchen, die im Moment noch gar keine Öffnungsperspektive haben, etwa Kneipen, Kinos, Theater oder Clubs. „Vergleichsweise wenig Einschränkungen haben die Unternehmen im produzierenden Gewerbe – hier kommt es allerdings öfter zu Problemen, da Beschäftigte wegen fehlender Kinderbetreuung ausfallen“, sagt Tietje.

Und Tietje macht sich keine Illusionen auf einen baldigen Aufschwung: „Trotz der Lockerungen in einigen Bereichen ist das Verhalten der Konsumenten noch sehr zurückhaltend.“ Auch die reduzierten Kapazitäten etwa in den Restaurants seien nicht voll ausgelastet. „Hier ist die Situation in den Innenstadtlagen in Prenzlauer Berg etwas besser als im Norden des Bezirkes.“

Tietje setzt ihre Hoffnung auf die neuen Zuschussprogramme „Soforthilfe IV“ (speziell für Kulturbetriebe) und „Soforthilfe V“ (für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern). Die seien wichtig, denn „die Vernachlässigung des Mittelstandes, die auch fast nur in Berlin so praktiziert wurde, habe ich immer für einen Fehler gehalten“, sagt die Stadträtin. „Die Soforthilfen IV und V schließen diese Lücke.“ – Text: Christian Hönicke

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