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Weißer See verdunstet: Bezirk will Trinkwasser einleiten

Veröffentlicht am 25.06.2020 von Christian Hönicke

Der Wasserspiegel des Weißen Sees ist in jüngster Zeit stark gesunken. Das Problem ist nicht neu: Der See verdunstet. Um das zu stoppen, setzt der Bezirk schon seit Jahrzehnten „Tiefbrunnen“ ein. Aus denen wird zum Ausgleich Grundwasser in den See gepumpt. Doch nun ist damit Pumpe, und man sieht es: Der See wird immer flacher. Die Wasserqualität sei zwar „nicht unmittelbar gefährdet“, so das Bezirksamt. Doch das (eigentlich nicht erlaubte) Planschen außerhalb des Strandbades ist derzeit zumindest am Einstieg zu einer pampig-matschigen Sache geworden. Der sinkende Wasserspiegel bedrohe zudem die Ufervegetation und die Brutvögel, so das Amt.

Grund allen Übels sind zwei altersschwache Pumpen aus den 70ern. Die wurden im März ersetzt und ein neuer Tiefbrunnen an der Freilichtbühne gebohrt. Im Brunnenwasser wurden aber Schadstoffe entdeckt, und die „lassen einen unbehandelten Zufluss nicht zu“, erklärt das Bezirksamt. Nun soll eine „Grundwasserreinigungsanlage“ in den Brunnen eingebaut werden. Das dauert allerdings: Die neue Pumpe könnte „in der Badesaison 2021 zur Gewährleistung des Wasserspiegels im Weißen See zum Einsatz gelangen“.

Damit der See bis dahin nicht auf Grund läuft, wird zunächst mal der Betrieb der Fontäne mitten auf dem See reduziert. Dazu soll schnödes Trinkwasser per Leitung nachgefüllt werden. Allerdings: „Für die Einleitung des Trinkwassers stehen noch Genehmigungen aus.“ Hoffentlich kommen sie, bevor aus dem Weißen der Wüste See wird.

Nix außer Sand gibt es aktuell schon im Strandbad: Das ist weiterhin geschlossen. Betreiber Alexander Schüller verhandelt derzeit mit dem Bezirk darüber, wie eine Öffnung unter Corona-Bedingungen wirtschaftlich machbar ist. Mit dem Gesundheitsamt wird an einem neuen Hygienekonzept gefeilt, das mehr Besucher zulassen könnte als bisher erlaubt. Jedoch sei frühestens übernächste Woche mit einer Öffnung zu rechnen, so Schüller. – Text: Christian Hönicke

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