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Das sind Pankow gefährlichste Kreuzungen
Veröffentlicht am 30.07.2020 von Caspar Schwietering
Erstaunlicherweise hat die Corona-Pandemie die Verkehrswende in Berlin nicht zurückgeworfen. Im Gegenteil: In den vergangenen Monaten nahm der Radwegeausbau mit den Pop-up-Spuren endlich Fahrt auf. Wie wichtig eine bessere Infrastruktur für Radfahrende und Fußgänger*innen ist, zeigt leider erneut die Unfallstatistik aus dem Jahr 2019. 147.330 Unfälle wurden 2019 in Berlin gemeldet, 3000 mehr als im Vorjahr. 17.811 Menschen kamen dabei zu Schaden, 40 starben. Die Daten zeigen auch, Radfahrende und Fußgänger*innen bauen miteinander kaum Unfälle, fast immer ist ein Auto involviert. Pankow kommt bei den Unfallzahlen auf den fünften Platz und liegt damit im oberen Mittelfeld der Berliner Bezirke.
Das Tagesspiegel-Datenteam hat nun ausgewertet, welche Kreuzungen in Berlin besonders gefährlich sind. Auf einer interaktiven Karte können Sie sich das selber anschauen. Außerdem zeigen Grafiken, wie und wann die meisten Unfälle passieren – ein ausführlicher Blick in die Arbeit der Kolleg*innen lohnt sich unbedingt.
Für diesen Newsletter habe ich mir mal angeguckt, welche Kreuzungen in unserem Bezirk besonders gefährlich sind. Es zeigt sich: Auf der Schönhauser Allee finden zwischen der Kreuzung mit der Eberswalder Straße und der Bornholmer Straße fast durchgängig viele Unfälle statt. Besonders unfallträchtig sind aber auch die Wisbyer Straße und die Ostseestraße rund um die Kreuzung mit der Prenzlauer Allee. Ebenfalls Unfallschwerpunkte sind die Greifswalder Straße, die Eberswalder und Danziger Straße sowie Wichertstraße/Grellstraße. In Pankow fällt die Mühlenstraße auf, in Weißensee die Berliner Allee, in Niederschönhausen sind es die Blankenburger Straße und die Dietzgenstraße. In Heinersdorf gab es zwar insgesamt weniger Unfälle, dafür auf der Rothenbachstraße, Romain-Rolland-Straße und Blankenburger Straße viele Schwerverletzte. An der Neumann- /Ecke Wisbyer Straße kam nach einem Unfall mit einer Straßenbahn 2019 sogar ein Mensch ums Leben.
Eine besonders gefährliche Ecke wird entschärft. Immerhin baut der Bezirk die laut Unfallstatistik wohl gefährlichste Stelle im Bezirk inzwischen um. An der Einmündung von Wisbyer und Gudvanger Straße gab es 2019 zwei Schwerverletzte und viele leichtere Unfälle. Hier wird nun eine neue Markierung angebracht, die Abbieger besser führen und Vorfahrtunfälle vermeiden soll.
Hier wirkt das neue Recht. Der Umbau erfolgt nach einer Vorgabe des Berliner Mobilitätsgesetzes. Die vom Volksentscheid Fahrrad erzwungenen Bestimmungen schreiben der Berliner Verwaltung vor, dass sie im zweiten Jahr des Mobilitätsgesetzes 20 Unfallschwerpunkte beseitigt muss. Eine ausführliche Bilanz zu den zwei Jahren lesen Sie hier mit Tagesspiegel Plus.