Namen & Neues

Elternausschuss gegen kompletten Präsenzunterricht im Januar

Veröffentlicht am 23.12.2020 von Christian Hönicke

Pankows Bezirkselternausschuss (BEA) spricht sich angesichts des aktuellen Infektionsgeschehen gegen die Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht nach den verlängerten Weihnachtsferien aus. Einen entsprechenden Beschluss fasste der BEA am 17. Dezember. Darin heißt es, der BEA werde den Landeselternausschuss auffordern, „sich bei der Senatsbildungsverwaltung dafür einzusetzen, dass der Schulbetrieb im Alternativszenario an den Grund- und weiterführenden Schulen mindestens bis zu den Winterferien fortgeführt wird, sollte der Inzidenzwert am Donnerstag, 7.1.2021, über 50 liegen“.

Nach derzeitigem Stand ist trotz Lockdowns kaum davon auszugehen, dass der Wert von 50 im Januar unterschritten wird. Das „Alternativszenario“ bezieht sich dabei auf Wechselmodelle, also Unterricht mit Halbierung der Klassen. Dabei sollen die Gruppen abwechselnd in der Schule und zu Hause angeleitet lernen. Es gehe ausdrücklich nicht um „Distanzlernen“ daheim für vier Wochen am Stück im Januar, betonte der BEA. [Der Text stammt aus dem aktuellen Pankow-Newsletter. Den können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Die aktuellen Vorgaben der Senatsbildungsverwaltung sehen vor, dass ab dem 11. Januar der Unterricht in allen Schularten in Präsenz stattfinden soll. Das hält der BEA für unrealistisch: „Derzeit können die Infektionsketten in den Schulen und den dazugehörigen Schulwegen nicht nachvollzogen werden.“

Der BEA verweist auf Ratschläge der Leopoldina, die für den Wiederbeginn des Unterrichts das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht für alle Jahrgangsstufen vorsehen. Zudem sollten ländereinheitliche Regeln für den Wechselunterricht ab der Sekundarstufe erarbeitet werden, die ab einer bestimmten Inzidenz greifen.

„Wir wünschen uns für die Schulen Planungssicherheit über den aktuellen Lockdown hinaus“, sagt Pankows BEA-Vorsitzende Katja Ahrens auf Nachfrage. Jede Schule habe andere Gegebenheiten und könne ihre individuellen Alternativszenarien nutzen. „Es war es uns wichtig, frühzeitig die Diskussion anzustoßen, wie der Schulbetrieb nach dem 11. Januar weiter gestaltet werden soll. Wir freuen uns, dass der Landeselternausschuss unsere Bitte aufgenommen hat und sich mit dem Thema beschäftigt.“ – Text: Christian Hönicke

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