Namen & Neues

Wirtschaft fordert U9-Verlängerung nach Pankow

Veröffentlicht am 18.02.2021 von Christian Hönicke

Die U-Bahnlinie 7 soll bis zum Flughafen BER verlängert werden. Der Senat hat beschlossen, sofort mit einer Nutzen-Kosten-Analyse für den Ausbau zu beginnen. Geht es nach der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), ist das erst der Anfang – sie fordert mehr U-Bahn-Tunnel, auch unter Pankow.

„Der Netzausbau wurde in den vergangenen Jahrzehnten sträflich vernachlässigt“, sagt Jörg Nolte, Geschäftsführer Wirtschaft und Politik der IHK: „Deshalb begrüßen wir es, dass die zuständige Senatsverwaltung zumindest die Verlängerung der U7 als Option sieht.“ Das sei ein Schritt in die richtige Richtung. [Der Text stammt aus dem aktuellen Pankow-Newsletter. Den können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Für eine strategische Verkehrsplanung für die nächsten Jahrzehnte sei es dennoch sinnvoll, auch andere potenzielle Strecken bereits jetzt in die vertiefte Kosten-Nutzen-Analyse einzubeziehen. „Dazu gehören zum Beispiel die U8 ins Märkische Viertel sowie die Verlängerung der U9 nach Pankow.“ Besonders wichtig sei laut IHK auch ein Abzweig der U6 zum künftigen Technologie-Campus TXL.

Die U9 endet derzeit am Bahnhof Osloer Straße. Die Verlängerung bis zum S- und U-Bahnhof Pankow ist seit Jahren fertig geplant und befindet sich laut dem Artikel meines Kollegen Jörn Hasselmann unter den Top 3 der BVG-internen Prioritätenliste. Die Neubaustrecke wäre drei Kilometer lang und erhielte vermutlich einen Zwischenhalt am S-Bahnhof Wollankstraße. Das würde etwa die Fahrtdauer zwischen Pankow und Bahnhof Zoo auf 14 Minuten verkürzen. Nach letzten Berechnungen kostet die Umsetzung 300 Millionen Euro.

Vor kurzem hatte die Berliner SPD zudem den Weiterbau der U2 nach Pankow Kirche in ihr Wahlprogramm aufgenommen – als ersten Teil der Idee einer Verlängerung der Linie bis Niederschönhausen. „Wir werden unseren U-Bahn-Plan u2030 als prioritäres Vorhaben der SPD durchsetzen“, heißt es im Entwurf des Landesvorstandes für das Wahlprogramm 2021.

Demnach wollen die Sozialdemokraten im Falle einer weiteren Regierungsbeteiligung nach der Abgeordnetenhauswahl „umgehend“ mit den Planungen für vier Linienverlängerungen beginnen. Gemeint sind die Verlängerung der U2 nach Pankow Kirche (wenn auch nur um wenige Meter vom Bahnhof Pankow), die U3 nach Mexikoplatz mit Anschluss an die S-Bahn und die U8 ins Märkisches Viertel. Auch das S-Bahn-Netz will die SPD ausbauen. Aus (Rand-)Pankower Sicht interessant sind die vorgeschlagenen neuen Bahnhöfe Sellheimbrücke, Malchow Nord und Bucher Straße.

Von der sagenumwobenen U10 nach Weißensee und weiter nach Norden, über die die BVV unlängst hitzig gestritten hatte, ist allerdings derzeit weit und breit nichts zu sehen oder zu hören. Die U10 war von der CDU gefordert worden, um die großen Neubaugebiete in Pankows Norden zu erschließen.

Davon hält man ganz oben im Rathaus allerdings weiter nichts. Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke) twitterte: „U-Bahn dauert eh zu lange, um die aktuell planungebefangenen Wohnungsbauvorhaben zu erschließen.“ Er hält stattdessen an seiner ebenfalls nicht unumstrittenen Idee fest, Seilbahnen im Norden Berlins zu bauen: „Tram, Seilbahn, Ruf- und Kiezbuslinien, Taktverdichtungen wirken schneller.“ – Text: Christian Hönicke

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