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Absage an Grün Berlin: Bezirk soll Mauerpark behalten

Veröffentlicht am 25.03.2021 von Christian Hönicke

Die Bezirksverordneten wollen den Mauerpark nicht an das Land Berlin abtreten. Sie beschlossen auf der BVV am Mittwoch, den Park weiterhin durch den Bezirk pflegen und bewirtschaften zu lassen und nicht durch die Grün Berlin GmbH. Diese betreut die neue Erweiterungsfläche und möchte dem Vernehmen auch den alten Parkteil nach seiner Umgestaltung gern unter ihre Fittiche nehmen. Das will die Pankower Lokalpolitik verhindern. [Der Text stammt aus dem aktuellen Pankow-Newsletter. Den können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Der „Freiraum Mauerpark“ sei „ein herausragender Ort im Bezirk Pankow“, heißt es im Beschluss. Die Identifikation des Bezirkes mit dem Mauerpark sei „sehr hoch“. Das Bezirksamt soll gegenüber der Senatsumweltverwaltung deutlich machen, „dass der Mauerpark dauerhaft in bezirklicher Zuständigkeit verwaltet und gepflegt werden soll und somit auch die derzeit von der Grün Berlin GmbH betreute Erweiterungsfläche in die bezirkliche Zuständigkeit zu übergeben ist“.

Das Bezirksamt sei gefragt worden, „ob es nicht eine gute Idee wäre, die Pflege Grün Berlin überlassen“, sagte Fred Bordfeld von der Linkspartei. Die Argumente würden angesichts der Finanznot des Bezirks in der Tat „gut klingen“. Doch der Mauerpark sei durch bürgerschaftliches Engagement entstanden, „zu Recht identifiziert sich der Bezirk mit diesem Ort, der das Freiheitsverständnis Pankows wie kein anderer repräsentiert“, sagte Bordfeld. „Es ist sei schwierig für die Senatsverwaltung, die Bedeutung dieses Ortes zu verstehen.“

Es gebe Unverständnis darüber, wie ein privatwirtschaftlich organisierter Dienstleister „ein über Jahrzehnte gewachsenes Netzwerk berücksichtigen und ein Verständnis übernehmen soll, welches deutlich über das Konzept einer ‚Parkanlage‘ hinausgeht“.

Für die Pflege des gerade am Wochenende stark genutzten Parks müsse es stattdessen mehr finanzielle Mittel vom Senat geben, erklärte Bordfeld. Um der stadtweiten Bedeutung des Parks und der damit verbundenen „erheblichen Belastungen“ für die Pflege Rechnung zu tragen, soll mit dem Senat über zusätzliche Mittel verhandelt werden. – Text: Christian Hönicke

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