Namen & Neues

Kein Personal für Verkehrswende: Aufregung um neu asphaltierte Straße

Veröffentlicht am 22.04.2021 von Christian Hönicke

Große Aufregung um eine kleine Straße in Prenzlauer Berg: „Wenn wir in Deutschland eine Straße neu gestalten, dann sieht das so aus. Danke für nichts“, postete jemand auf Twitter und zeigte ein Bild der Buchholzer Straße im Helmholtzkiez. Darauf ist zu sehen, dass die Straße neu asphaltiert und jede Menge Autoparkplätze frisch markiert wurden. Radstreifen o.ä. sind nicht zu finden:

3/5 für Auto exklusiv. Auf den restlichen 2/5 dürfen sich Fahrräder wieder mit Autos ums Überleben kloppen“, so der Kommentar weiter. [Der Text stammt aus dem aktuellen Pankow-Newsletter. Den können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Wie war das noch mit der „Flächengerechtigkeit“, die das Bezirksamt jüngst in seinem „Mobilitätsbericht“ versprochen hatte? Wir haben mal beim zuständigen Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) nachgefragt. „Zur Umsetzung der Anforderungen hinsichtlich des Themas Flächengerechtigkeit ist für das kommende Jahr für den Bereich Gneiststraße, Buchholzer Straße, Greifenhagener Straße und rund um den Helmholtzplatz bereits eine Maßnahme geplant“, teilt er mit. Dort soll wie berichtet „ein Kontingent an Fahrradbügeln auf dem Straßenland installiert werden“.

In der Buchholzer Straße werde aktuell „lediglich eine Erneuerung des Belags“ vorgenommen. „Das bedeutet nicht, dass damit dort jetzt ein Status Quo zementiert wird“, so Kuhn. Wären im Zuge dieser jetzt durchgeführten Arbeiten bereits Änderungen in der Anordnung der Parkbuchten vorgenommen worden, hätte die alte verkehrliche Anordnung keinen Bestand mehr gehabt, sondern es hätte durch die Straßenverkehrsbehörde eine neue Anordnung erstellt werden müssen.“

Und genau diese Anordnungen sind das Problem in Pankow. Denn die Straßenverkehrsbehörde hat dafür nicht genügend Personal. Die Behörde sei „aufgrund von massiver personeller Unterbesetzung derzeit leider immer noch ein Nadelöhr, mit dessen knappen Ressourcen es sinnvoll und mit Bedacht umzugehen gilt“, so Kuhn.

Die Aufstellung der Fahrradbügel nun nur für die Buchholzer Straße vorzuziehen, hätte eine Mehrbelastung der Straßenverkehrsbehörde bedeutet, „die zur Folge hätte, dass andere ebenso wichtige verkehrliche Maßnahmen (z.B. die Umsetzung der Fahrradstraßen etc.) sich im Gegenzug weiter verzögert hätten“.

Wir merken uns: Die Verkehrswende braucht viele Hände – und Pankows Behörden haben nicht mal genug, um sich selbst in die leeren Taschen fassen zu können. – Text und Foto: Christian Hönicke

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