Namen & Neues

Senat zieht Wohnungsbau in Karow an sich

Veröffentlicht am 19.08.2021 von Christian Hönicke

Aufgrund der „gesamtstädtischen Bedeutung“ hat die  Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen das Großvorhaben „Karow-Süd“ an sich gezogen. Der Schritt sei „im Einvernehmen mit dem Bezirk“ erfolgt, teilte die Verwaltung am Donnerstag mit. Dies stelle sicher, „dass an der zügigen Errichtung preisgünstigen Wohnraums festgehalten wird“.

Betroffen sind drei Bebauungspläne in den Gebieten „Am Teichberg“, „Karow Süd“ sowie „Straße 52“ im Norden des Bezirks. Dort sollen insgesamt 3000 neue Wohnungen errichtet werden. [Der Text stammt aus dem aktuellen Pankow-Newsletter. Den können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Die Baupläne sind im Bezirk umstritten. Der Bürgerverein „Wir für Karow“ sieht darin eine „Zerstörung Karows“ und forderte eine deutliche Reduzierung der Wohnungszahl. Auch die Pankower Bezirksverordnetenversammlung setzte sich per Beschluss dafür ein, dass das Bezirksamt das Volumen verringert. Nach Ansicht des zuständigen Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) hätten dann maximal 2000 Wohnungen gebaut werden können.

Der Neubau soll nach dem Willen der BVV zudem überhaupt erst starten, wenn die gravierende Verkehrsprobleme im Pankower Norden gelöst sind (unter anderem durch neue S- und U-Bahnlinien für „schnelle, stressfreie Verbindungen in die Stadtmitte“). Dieses Ansinnen dürfte durch die Senatsübernahme nun kaum noch Erfolgschancen haben.

Die Senatsverwaltung begründete den Schritt mit der Überlastung des Pankower Bezirksamts. Bei Aufstellung der Bebauungspläne sowie „der Abstimmung mit den Planungen zu den drei wichtigen Verkehrsinfrastrukturen Turmbahnhof Karower Kreuz, Sellheimbrücke und Anbindung Karow an die B 2“ fehlten dem Bezirk „insbesondere personelle und finanzielle Kapazitäten“.

Der Baubeginn war nach letztem Stand für 2025 geplant. Darauf wollte sich die Senatsverwaltung nun nicht mehr festlegen: „Konkrete Baubeginne lassen sich derzeit noch nicht benennen.“ – Text: Christian Hönicke

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