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"Finanzierungsdebakel": Kritik an schleppender Planung für Kombibad

Veröffentlicht am 16.09.2021 von Christian Hönicke

Der Förderverein Schwimmhalle Pankow hat die schleppenden Planungen für das Kombibad an der Wolfshagener Straße in scharfen Worten kritisiert. „Die alte Schwimmhalle wurde vor 20 Jahren wegen fehlender 500.000 Euro für die Erhaltung geschlossen“, teilt der Verein mit. „Die für Berlin und Pankow verantwortlichen Politiker haben es in 20 Jahren fertiggebracht, einen Investitionsstau von 500.000 Euro auf ein Finanzierungsdebakel von 40 Millionen Euro hochzuschaukeln.“

Nun wendet sich der Förderverein in einem Offenem Brief an die SpitzenkandidatInnen der Berliner Parteien. „Wir möchten wissen, warum es zu diesen Verzögerungen kommt und ob ein Neubau einer Schwimmhalle überhaupt in absehbarer Zeit realistisch erscheint“, heißt es darin. Außerdem wolle man Antworten zum Stand des Bebauungsplans und zur beabsichtigten Abspeckung des Badplanes aus Kostengründen.

Die Senatssportverwaltung berichtete unlängst von „Verzögerungen“ bei den Berliner Bäderbetrieben, „u.a. eine unklare Finanzierungssituation (Mittelfreigabe, Mehrbedarf durch zusätzliche Angebote und Baukostensteigerungen), personelle Veränderungen sowie eine verzögerte Auftragsvergabe an den Planer“. Auch der Bebauungsplan, den das Pankower Bezirksamt aufstellen soll, befinde sich „noch immer in der Gestaltung“. Er soll nun erst Mitte 2022 fertig werden. Der Umbau des Sommerbads Pankow in ein Kombibad soll daher erst im vierten Quartal 2024 starten, „der letzte Planungsstand sieht eine Inbetriebnahme im Jahr 2027 vor“.

Der Badbau war dabei ursprünglich mit insgesamt 42 Millionen Euro eingepreist worden. Doch wegen „inzwischen eingetretener Kostensteigerungen“ prüft die Sportverwaltung nun nach eigener Aussage, „welche Lösungen mit einem geringeren Budget möglich sind“.

Was das jetzt genau heißt, will der Förderverein von der Spitzenpolitik wissen. „Wir fordern die bald neu gewählten Abgeordneten des Bezirks Pankow und im Abgeordnetenhaus auf, gemeinsam mit uns eine Gesprächsrunde im November 2021 mit den Berliner Bäderbetrieben (…) zu organisieren“, heißt es im Offenen Brief. Dabei solle die Öffentlichkeit über den Stand der Planungen informiert werden. Außerdem soll das Bezirksamt Pankow „eine zweimonatlich aktualisierte Fortschrittsinformation zum Neubau der Schwimmhalle auf der Internetseite des Bezirksamts“ veröffentlichen.