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Jahn-Sportpark: Senator Geisel will Neubau und keinen "Park für die Nachbarschaft"

Veröffentlicht am 23.09.2021 von Christian Hönicke

Die Frage der Umgestaltung des Jahn-Sportparks ist entschieden. Zumindest für Sportsenator Andreas Geisel (SPD). „Ich halte ganz klar daran fest, ein neues Stadion zu bauen“, erklärte er im Interview mit dem Landessportbund Berlin. Ein Abriss des alten Stadions und ein Neubau seien „für den Berliner Sport unverzichtbar“. Der Fall des Fußball-Drittligisten Viktoria Berlin, der derzeit im Großen Stadion spielt, zeige ganz klar, dass Berlin ein weiteres Fußballstadion neben dem Olympiastadion und der Alten Försterei benötige, „das den Anforderungen der Dritten Liga entspricht“.

Zur nun abgeschlossenen Bürgerbeteiligung sagte Geisel, er habe das Gefühl, „dass die Sportverhinderer oftmals lauter und hartnäckiger sind als die Sportförderer“. Grüne und Linkspartei präferierten „individuellen Freizeitsport und wollen die Fläche vor allem als Park für die Nachbarschaft nutzen“. Es dürften aber „eben nicht nur die unmittelbaren Nachbarn über die Zukunft einer solche Sportfläche entscheiden. Sie hat eine Bedeutung für ganz Berlin.“ Spätestens 2023 müsse der Stadionneubau beginnen.

Widerspruch gegen diese Festlegung kommt – wenig überraschend – aus der Nachbarschaft. Die „Bürgerinitiative Jahn-Sportpark“ ruft Geisel dazu auf, die Ergebnisse des Werkstattverfahrens und der Bürgerbeteiligung nicht einfach vom Tisch zu wischen. „Mit dem Werkstattverfahren wurde nun aufgezeigt, dass ein ressourcenschonender Umbau des Stadions und damit eine klimafreundliche Entwicklung des Jahnsportparks möglich ist“, erklärt Alexander Puell.

Wie berichtet wurden von verschiedenen Büros drei Szenarien ausgearbeitet: Umbau des bestehenden Stadions, Abriss und Neubau sowie ein Neubau an anderer Stelle unter Erhalt von Lichtmasten und Tribünen des alten Stadions. Eine Entscheidungsgrundlage für den neuen Senat und das Abgeordnetenhaus soll der behördliche Lenkungskreis Jahn-Sportpark am 29. September erarbeiten.

Geisels Vorfestlegung sei daher unangebracht, kritisiert Puell. Der Senator müsse die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung „respektieren und darf nicht den Eindruck erwecken, die Bürger hätten nur ihre Zeit verplempert“. Puell betont, Klima- und Artenschutz würden den sportlichen Ambitionen gar nicht widersprechen. „Vielmehr muss die Rücksicht auf die Natur oberstes Ziel sein, wenn wir in der Innenstadt weiter erfolgreich Sport treiben und gesund wohnen wollen.“