Namen & Neues
Gesobau-Siedlung Vesaliusstraße: Anwohner kritisieren Verdichtungspläne
Veröffentlicht am 07.10.2021 von Christian Hönicke
Nach dem „Klimaschutz-Baustopp“ am Schlosspark Schönhausen rückt nun eine weitere Gesobau-Wohnanlage in den Fokus. Sie liegt quasi direkt nebenan in der Vesaliusstraße. Auch dort soll nachverdichtet werden – man wolle das Ensemble ab 2022 bis 2024 „behutsam erweitern“, erklärt die Gesobau. Entstehen sollen zwei neue achtstöckige Wohngebäude mit 75 Wohnungen an der Kreuzung Galenusstraße und am südwestlichen Eck der Anlage.
Dort befinden sich bisher Spiel- und Parkplätze. „Die entfallen nicht, sondern werden umverlegt“, erklärt Viktoria Rein von der Gesobau. Die Anwohner sollen nun per Partizipation die verbliebenen Freiflächen gemeinsam mit der Gesobau neu gestalten. Die allerdings stehen dem Vorhaben selbstredend reserviert gegenüber, inzwischen hat sich die „Bürgerinitiative Vesaliuskiez“ gegründet. „Sie haben Angst vor Dichte, vor Verschlechterung der Situation“, sagt Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne).
Am Mittwoch stellte sich die Gesobau nun in einer Infoveranstaltung den Anwohnern, und einige „taten ihren Unmut deutlich kund“, sagt Christoph Strauß von der Initiative. Er kritisiert, dass die Einladungen „erst sehr spät kamen, zwei Tage vorher“. Der ganze Beteiligungsprozess sei ohnehin bisher schlecht gelaufen. Das Treffen am Mittwoch „war eher mager“, so Strauß. „Es ging ja auch nur darum, dass die Mieterschaft Wünsche und Ideen zur Gestaltung der geschrumpften Freiflächen um die Häuser einbringen durften.“ Strauß findet es nicht hinnehmbar, dass etwa bisherige Wiesen zu Autoparkplätzen umgestaltet werden sollen – „völliger Schwachsinn vor dem Hintergrund des von Pankow ausgerufenen Klimanotstandes“.
Die Pläne für die neuen Wohngebäude seien gar nicht erst zur Diskussion gestellt worden, bemängelt Strauß. Ihm zufolge erklärte die Gesobau, dass der Bauvorbescheid des Bezirks seit längerem vorliege und der Bauantrag vor etwa zwei Wochen eingereicht worden sei. „Ob hier noch was gebremst oder verhindert werden kann, ist fraglich.“