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Stargarder Straße: Zu kleine Fahrrad-Schilder - Bezirksamt kündigt größere an

Veröffentlicht am 06.01.2022 von Christian Hönicke

Neue Fahrradstraße, alte Probleme: Wie schon in der Ossietzkystraße lässt sich der Auto-Durchgangsverkehr von den Radstraßen-Schildern in der Stargarder Straße offenbar kaum beeindrucken. Ein Grund: Das Bezirksamt hat zu kleine Schilder montiert. Die sollen nun durch größere ersetzt werden.

Eine Anwohnerin berichtet uns, sie nutze die Verbindung in Prenzlauer Berg täglich mit dem Rad. „Doch von fünf Autos hält sich allerhöchstens eins an die neuen Pfeile. Die anderen brettern durch, überholen, alles wie vorher.“ Als sie selbst einmal mit dem Auto durch die Stargarder Straße gefahren sei, „habe ich die Schilder auch übersehen. Sie sind so winzig, sie wirken wie eine Selbstkarikatur. Frage ans Bezirksamt: Werden die noch größer?“

Ja, antwortet das Amt. Einerseits seien die Arbeiten in der Fahrradstraße noch nicht abgeschlossen, teilt die zuständige Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) mit. Bisher wurden wie berichtet lediglich die Schilder angebracht und eine neue Vorfahrtsstraßenregelung umgesetzt. „Die wesentlichen Elemente einer Fahrradstraße, die insbesondere deren Sichtbarkeit und auch die Sensibilität der Kfz-Führenden erhöhen sollen, fehlen noch und können erst bei entsprechender Witterung aufgebracht werden“, so Anders-Granitzki. Konkret sind das:

  • 12 große Fahrradstraßen-Symbole (Größe: 5×3 Meter)
  • 14 Fahrradpiktogramme mit Doppelpfeil zur Verdeutlichung des zulässigen Nebeneinanderfahrens
  • Markierung eines beidseitigen 75 cm breiten Sicherheitstrennstreifens zu den Parkständen
  •  Roteinfärbung der Kreuzungen zur Verdeutlichung des Vorrangs der Fahrradstraße

Durch den beidseitigen „Sicherheitstrennstreifen“ zu den Parkplätzen werde die Fahrbahn für Autos „optisch um 1,50 Meter verschmälert“, so Anders-Granitzki. Dadurch sinke erfahrungsgemäß auch die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autos und das „dichte und schnelle Überholen durch Kfz“ werde reduziert.

Und die Mini-Schilder? Sind nicht auf die Sehschwäche der Anwohnerin zurückzuführen. Anders-Granitzki räumt ein, „dass teilweise falsche Schildergrößen eingebaut worden sind. Insbesondere an den vier Zufahrten von den Hauptverkehrsstraßen sind größere Schilder sinnvoll und erforderlich.“ Aber auch entlang der gesamten Stargarder Straße würden demnächst „einige Schilder durch größere ersetzt“. Zusammen mit den Fahrradstraßen-Symbole auf dem Asphalt „wird die Fahrradstraße dann auch für wirklich alle Verkehrsteilnehmer unübersehbar sein“.

Allerdings wird es keine Tempo-30-Schilder geben. Die alten Tempo 30-Zonen-Schilder hatte das Bezirksamt abgesägt, da diese „in vorfahrtsberechtigen Fahrradstraßen nicht möglich“ seien, so die Stadträtin. In Tempo 30-Zonen gelte stets rechts vor links – das würde der neuen Vorfahrtsstraße widersprechen. Und warum keine normalen 30-Schilder? Das wäre laut Anders-Granitzki „als nicht zulässige Doppelregelung ebenfalls nicht mit der StVO vereinbar“, da in Fahrradstraßen automatisch Tempo 30 gelte.

Das Problem: Viele Autofahrer wissen dies offenbar gar nicht. Daher will das Bezirksamt nach Abschluss der Arbeiten „vier große Fahrradstraßen-Banner aufstellen, um damit auf die geltenden Regeln hinzuweisen“. Mit diesen Bannern habe man bereits in der Ossietzkystraße gute Erfahrungen gemacht, sagt Anders-Granitzki. „Darüber hinaus werden wir uns bei der Polizei für regelmäßige Kontrollen einsetzen. Mein Ordnungsamt hat leider keine Befugnisse hinsichtlich der Kontrolle des fließenden Verkehrs.“