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Trotz Regenwasser-Notplan: Pegel des Weißen Sees wird dauerhaft absinken
Veröffentlicht am 15.09.2022 von Christian Hönicke
Der Weiße See wird wohl dauerhaft absinken. Bisher liegt sein sogenannter „Pegelnullpunkt“ bei knapp 42 Metern über dem Meeresspiegel. Doch dass müsse in Zukunft aufgrund der immer trockeneren Sommer „höchstwahrscheinlich nach unten korrigiert werden“, erklärt die Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). Zudem könne es an Pankows berühmtestem stillen Gewässer zu „temporären Verlandungserscheinungen“ kommen.
Der Weiße See verdunstet seit Jahrzehnten vor sich hin. Bisher wurde das durch die Zuführung von externem Wasser ausgeglichen. Seit 2020 setzt der Bezirk dafür kein kostbares Trinkwasser mehr ein. Stattdessen wird der Weiße See nun jährlich mit 50.000 Kubikmetern Grundwasser aufgefüllt.
Doch auch damit wird wohl bald Schluss sein. „Im Hinblick auf die sinkenden Grundwasserstände auf der Barnim-Hochfläche und den unmittelbaren Folgen für andere Feuchtgebiete wie das NSG Fauler See ist diese Fremdwasserzufuhr ebenfalls kritisch zu betrachten“, erklärt Anders-Granitzki. Mittelfristig will der Bezirk dies daher einstellen und sich stattdessen „dem natürlichen Wasserkreislauf wieder annähern“. Dies ist laut der Stadträtin „das einzige zukunftstaugliche Konzept für den Weißen See“.
Konkret prüft Bezirk nun die Möglichkeit, Regenwasser aus dem Kanalnetz der Berliner Allee zu entnehmen und in den Weißen See einzuleiten. Das enthält jedoch Verunreinigungen, die vor dem Einleiten in ein Badegewässer in einer eigenen Reinigungsanlage behandelt werden müssten. Der Bezirk lässt derzeit in einer Machbarkeitsstudie klären, ob das „technisch und wirtschaftlich“ möglich sei.
Klar ist jedoch schon jetzt: Selbst wenn die Machbarkeitsstudie zu einem positiven Ergebnis kommt, wird der Wasserschwund des Weißen Sees nicht gestoppt werden können. Auch Regenwasser als „Stützungsmaßnahme“ könne „nicht die Verluste durch Verdunstung und Versickerung sowie ausbleibende Niederschläge ausgleichen“, sagt die Stadträtin. „Für die zukünftige Wasserstandsbewirtschaftung muss der bisherigen Zielwert von knapp 42 m+NHN höchstwahrscheinlich nach unten korrigiert werden.“
Zwar sei von einer „baldigen Verlandung“ des zehn Meter tiefen Sees „nicht auszugehen“, sagt Anders-Granitzki, „wohl aber von temporären Verlandungserscheinungen“. Schon öfter wurden weite Teile des Ufers durch den niedrigen Wasserstand freigelegt, die dann von den Nutzenden betreten wurden. „Für die ohnehin schon lädierte Uferböschung eine desaströse Entwicklung“, sagt die Stadträtin. Es sind keine guten Aussichten für die Zukunft des Weißen Sees.