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Kastanienallee in Rosenthal: Umbau soll im Herbst 2025 starten

Veröffentlicht am 19.09.2024 von Christian Hönicke

Die Kastanienallee in Berlin-Rosenthal soll ungeachtet aller Proteste umgestaltet werden – dafür müssen zunächst mindestens 40 alte Bäume gefällt werden. Der Berliner Senat will den Ausbau der Straße trotz aller Widerstände aus dem Bezirk ab Herbst 2025 durchsetzen – der finale Plan für den ersten Teilabschnitt wurde nun der Pankower Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vorgestellt..

Im April hatte die BVV per Beschluss eine Überarbeitung der aktuellen Pläne gefordert. Doch in einem Schreiben an das Bezirksamt habe die Senatsverwaltung nun geäußert, dass sie dafür “keinen Bedarf” sehe, teilt die Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne) mit.

Die Kastanienallee ist eine stark genutzte Zubringerstraße für Gewerbegebiete in Pankow und Reinickendorf. Nach Angaben der Verkehrsverwaltung fahren dort und auf der benachbarten Schönhauser Straße abschnittsweise bis zu 40 Lkw pro Stunde.

Die Pläne sehen vor, die Kastanienallee umzugestalten – dafür sollen viele Bäume gefällt werden. Es geht um den östlichen Abschnitt zwischen Friedrich-Engels- und Dietzgenstraße, der eigentlich bereits in diesem Jahr umgebaut werden sollte. Der westliche Teil zwischen Haupt- und Friedrich-Engels-Straße wurde bereits umgestaltet, um insbesondere dem Schwerlastverkehr der umliegenden Industriegebiete zu dienen.

Gegen das Vorhaben protestierten Anwohner, die sich in der „Bürgerinitiative Kastanienallee“ zusammengeschlossen haben. Sie kritisierten die Ausbaupläne als regelwidrig, die Straße sei zu eng, die geplanten Rad- und Gehwege zu schmal. Unter anderem sollten die Radfahrstreifen nur 1,25 Meter breit werden. Die Initiative wies zudem auf große Gefahren für Schulkinder durch den Lkw-Verkehr hin.

Die Senatsverkehrsverwaltung kündigte daraufhin an, als „Kompromiss“ solle in der beengten Allee abschnittsweise auf den Bau eines Fahrradstreifens verzichtet werden – dafür soll nebenan in der Nordendstraße eine Fahrradstraße entstehen.

Damit wollen sich die Pankower Grünen nicht zufriedengeben. „Die Planungen für die Kastanienallee in Rosenthal müssen überarbeitet werden“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Koch und der BVV-Fraktion der Grünen. Die „halbgaren Ideen“ dürften nicht umgesetzt werden.

„Nach aktuellem Stand würde die Straße zwar saniert, aber es würde eine gefährliche und überdimensionierte Auto- und LKW-Piste fast ohne Bäume entstehen – und das in einer kleinen Dorfstraße“, kritisiert Koch. Angesichts der Enge „sind Unfälle vorprogrammiert“.

In der Senatsverkehrsverwaltung sieht man das anders. Dort hält man die Kastanienallee nicht für eine Dorf- oder Wohnstraße, sondern für eine „wichtige Querverbindung“ von der Bundesstraße B 96a zu den Gewerbegebieten Pankow-Park und Flottenstraße. Ende Juli habe die Senatsverkehrsverwaltung daher eine Herabstufung aus dem überörtlichen Straßennetz wegen „fehlender Alternativen“ abgelehnt, teilte das Bezirksamt mit.

Der Umbau zwischen Friedrich-Engels-Straße und Eschenallee auf etwa 500 Metern soll daher in genau einem Jahr starten – im Oktober 2025. Als Bauzeit seien 2,5 Jahre genannt worden, berichtet der CDU-Abgeordnete Lars Bocian, der bei der Präsentation des Plans im BVV-Verkehrsausschuss anwesend war. Das Bezirksamt kündigt dazu die „Fällung der 40 Straßenbäume ab Vegetationsfrist Oktober 2025“ auf dem Teilabschnitt an.

Der zweite Teilabschnitt von der Eschenallee bis zur Dietzgenstraße ist dagegen noch nicht final geplant. Hier ist die Straße auf etwa 700 Metern Länge noch einmal deutlich schmaler – und der bisher vorgesehene Ausbau würde mutmaßlich gegen das Berliner Mobilitätsgesetz verstoßen.

Laut Bocian könnte es hier ab 2028 losgehen, man arbeite aber derzeit noch „intensiv“ an Anpassungen: „Sicher ist jedoch, dass die Straße nur eine Fahrspur in jede Fahrtrichtung haben wird.“ Bocian geht von einer Fertigstellung der gesamten Kastanienallee im Jahr 2030 aus.