Sport

Veröffentlicht am 17.05.2018 von Christian Hönicke

Pankow gluckert langsam unter. Immer weniger Pankower Grundschüler können schwimmen. Diesen alarmierenden Trend zeigt die neue Nichtschwimmerquote des Senats auf. Zwar hat sich die Schwimmfähigkeit der Grundschüler in ganz Berlin insgesamt leicht verbessert. Nach dem Ende der dritten Klasse – wenn Schwimmunterricht auf dem Stundenplan steht – konnten im Schuljahr 2016/17 noch 17,9 Prozent nicht schwimmen. Im Jahr 2014/15 waren es 18,2 Prozent, schreibt meine Kollegin Sylvia Voigt.

Besorgnis erregend ist die Entwicklung dagegen in Pankow. Noch 2013 lag unser Bezirk berlinweit mit einer Nichtschwimmerquote von nur 6,1 Prozent auf Rang eins, 2015 waren es dann schon 9,7 Prozent Nichtschwimmer. Inzwischen ist Pankow mit 13,1 Prozent Nichtschwimmern auf Rang drei abgerutscht, es führt Marzahn-Hellersdorf mit 12,6 Prozent.

Ob das auch an den mangelnden Möglichkeiten zum Schwimmen liegt? In ganz Pankow gibt es nur vier öffentliche Hallenschwimmbäder, in der Thomas-Mann-Straße, am Thälmann-Park, in Buch und an der Landsberger Allee (SSE). Das Bad in Buch wird allerdings gerade bis Ende 2019 saniert, und an der Landsberger Allee wird vom 16. Juli für zwei Monate gebaut. Zwar während der Ferien, aber auch dann werden ja Schwimmkurse angeboten.

Auch im Regelbetrieb leiden viele kleine und große Schwimmer in Pankow unter häufigen, teils kurzfristigen Schließungen der Bäder, häufig wegen „Technischer Probleme“. Kundige Beobachter gehen davon aus, dass dafür gar nicht unbedingt immer bauliche Mängel verantwortlich sind. Sie glauben, dass mit diesem vagen Schließgrund immer häufiger der akute Personalmangel bei den Berliner Bäder-Betrieben zu kaschieren versucht wird.

Am angespanntesten ist die Situation im Alltag am SSE in der Landsberger Allee. Hier kommt neben „Technischen Problemen“ noch ein weiterer Schließgrund hinzu. Das SSE ist nämlich nebenbei auch noch die größte Wettkampfschwimmhalle Deutschlands und Olympia-Trainingsstützpunkt des Deutschen Schwimm-Verbands. Freizeit-, Breiten- und Spitzensportler aus ganz Berlin balgen sich deshalb um die wenigen Bahnen und Schwimmzeiten, bei großen Wettkämpfen wird das Schwimmbad häufig wochenweise für schwimmwillige Berliner gesperrt. Auch die Schulkinder haben dann zwangsweise wasserfrei. Hoffentlich hilft das geplante Schwimmbad an der Wolfshagener Straße, den Verlandungstrend in Pankow umzukehren – wenn es denn endlich gebaut wird.

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