Sport

Veröffentlicht am 05.07.2018 von Christian Hönicke

Graffiti am Jahn-Sportpark: illegal, aber straffrei. Der beliebteste Sport am Jahn-Sportpark ist … Graffiti sprühen. Die lange Wand am großen Stadion hoch über dem Mauerpark gilt als Sprayer-Mekka und lockt täglich hunderte Talente aus der ganzen Welt an. Genau genommen machen sie sich damit strafbar. Denn das Sprühen an der Mauer wird zwar geduldet, ist aber eigentlich illegal. „Ein kleiner, feiner Unterschied“, so Bezirksstadtrat Torsten Kühne (CDU). Und der kommt so: Die Mauer gehört wegen des Sportparks der Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Die hat wie der Bezirk Pankow zwar grundsätzlich keine Einwände gegen Graffiti, zumindest auf der Mauerparkseite.

Aber weil die Sprayermauer nicht nur den Sportpark begrenzt, sondern einst auch Teil der „Berliner Mauer“ war, steht sie unter Denkmalschutz. Und der erlaubt ein legales Besprühen nicht. Allerdings halten die Denkmalschutzbehörden laut Kühne den Mauerabschnitt für „nicht so wertvoll“. Deswegen wollen auch sie Graffiti dort nicht verfolgen lassen, weil es schon lange „gelebte Praxis“ sei. 2021 soll der Mauerpark umgestaltet werden, derzeit werden Regeln für die künftige Nutzung erstellt. Die sehen laut Kühne vor, eine dauerhafte Duldung der bunten Graffitimauer festzuschreiben, eine endgültige Legalisierung aber eben nicht. Naja, sonst wär‘s ja auch irgendwie langweilig.

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