Sport

Veröffentlicht am 11.10.2018 von Christian Hönicke

Neuer Volkssport in Pankow: Zaunklettern. Im ganzen Bezirk sind marode Spiel- und Bolzplätze gesperrt, doch das hält die spielwütigen Pankower nicht ab. Ein besonders schönes Schauspiel trägt sich Tag für Tag auf dem Humannplatz zu. Dort befindet sich einer der wenigen öffentlichen Fußball- und Basketballplätze in Prenzlauer Berg Nord, allerdings wurden die Eingänge im August mit Bauzaunelementen geschlossen. Die Fußballtore sind laut Straßen- und Grünflächenamt defekt.

Na und? Nun klettert und kriecht der halbe Kiez über bzw. unter den Zaun, manche haben schon Löcher in den Absperrwall geschnitten. Und das Ende der Sperrung (bzw. der Kletterfestspiele) ist laut Amt „nicht absehbar“. Die Spielplatzbaufirmen seien „aktuell sehr stark ausgelastet“, die Arbeiten hingen „von der Terminvergabe seitens der externen Firmen ab“.

Das gilt auch für den kleinen Spielplatz nebenan an der Gethsemanekirche. Dort wurden im Mai zwei putzigkleine Sitz-Holzraupen mit einem zweieinhalb Meter hohen Zaun abgesperrt. „Marode“ sollen die kniehohen Raupen sein – die Frage muss allerdings erlaubt sein, ob der wacklige Bauzaun nicht ein viel größeres Risiko für die Kleinen darstellt. Das Amt sieht das nicht so. Eine Absperrung defekter Spielgeräte sei in jedem Fall „aus Sicherheitsgründen unerlässlich. Hinsichtlich der Einhaltung solcher Sperrungen haben die Eltern eine Aufsichtspflicht.“ Blöd nur, wenn die ihre Kinder selbst über den Zaun heben und dann hinterherklettern. Merke: Wer spielen will, muss schwindelfrei sein. Zumindest in Pankow.

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